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    "Nesawissimaja Gaseta": Ölbörse in Russland wird auf Liquiditätsprobleme stoßen

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    MOSKAU, 09. Juni (RIA Novosti). Termingeschäfte mit Öl der russischen Marke Urals sowie mit Ölprodukten und Gold haben am Donnerstag im Russischen Handelssystem RTS begonnen. Nach Ansicht von Analysten werden allerdings nur kleinere Unternehmen Öl an der RTS-Börse verkaufen wollen, wodurch die Lösung der von der Regierung gestellten Aufgaben zur Verbesserung des Rufs der Marke Urals und einer Senkung der Preise für die Ölprodukte in Frage gestellt ist, schreibt die Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Um diese Aufgaben zu lösen, wird die Gründung einer speziellen Börse notwendig sein, wo mit realen und nicht mit virtuellen Öllieferungen gehandelt wird. Größere Ölmengen, die von den führenden russischen Unternehmen produziert werden, sind längst vertraglich gebunden und können nur theoretisch in den Börsenhandel kommen. Heute befinden sich höchstens ein bis zwei Prozent des in Russland geförderten Öls im freien Handel. Es ist außerdem nicht sicher, dass die Ölfirmen selbst diese verschwindend geringen Mengen an der Börse verkaufen werden.

    "Offensichtlich kann die Börse mit einem Mangel an Liquiditäten und Lieferungen konfrontiert werden", sagt Maxim Schejin, Chef der analytischen Abteilung der Investmentgesellschaft BrokerKreditService. "Interesse für die Termingeschäfte werden höchstwahrscheinlich so genannte nicht ausbilanzierte Unternehmen bekunden, in denen die Förderung bzw. die Verarbeitung überwiegt, oder kleinere Ölgesellschaften." Nach seiner Ansicht besteht für die Marktteilnehmer kein Sinn, auf ein direktes Zusammenwirken mit den Abnehmern zu verzichten. "Auch Ausländer, die gewohnt sind, Öl an den traditionellen internationalen Handelsstellen zu kaufen, werden kaum Interesse für den RTS-Handel zeigen", so der Experte.

    Auch Alexander Rasuwajew, Chef der analytischen Abteilung der Finanzgesellschaft Megatrastoil, glaubt nicht an das neue Unterfangen. "Die Qualität der Marke Urals und dementsprechend deren Ruf werden sich verbessern, wenn das baschkirische und das tatarische Öl aus der Mischung ausgeschlossen wird. Die Preise für die Ölprodukte werden zurückgehen, wenn die Besteuerung der Ölgesellschaften nicht von der Weltkonjunktur abhängt", stellt er fest. "Die Ölbörse wird diese Aufgabe kaum bewältigen können."

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