15:09 22 September 2018
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    "Bisnes": Streit zwischen Sewerstal und Mittal Steel wird von Politikern beigelegt

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    Arcelor, Sewerstal und Mittal Steel (38)
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    MOSKAU, 15. Juni (RIA Novosti). Das Schicksal des auf der Basis des Konzerns Arcelor entstehenden Spitzenreiters des Hüttenmarktes wird nicht von dessen Management und nicht einmal von dessen Aktieninhabern entschieden.

    Nach Ansicht von Experten hat der Streit zwischen dem russischen Konzern Sewerstal und dem Marktgiganten Mittal Steel die latente Konfrontation zwischen Russland und den USA offengelegt, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Donnerstag.

    Dmitri Parfjonow, Experte der Investmentgesellschaft Prospekt, führt den Kampf zwischen Sewerstal und Mittal Steel auf eine Konfrontation zwischen den Allianzen Russland-EU und USA-Indien zurück. Diese Meinung teilt auch Alexej Makarkin: "In dieser Frage ist es für die USA vorteilhaft, Indien zu unterstützen."

    Natalja Kotscheschkowa, Analystin der Investitionsfirma Finam, sieht auch einen gewissen Zusammenhang mit dem bevorstehenden WTO-Beitritt Russlands, der vorerst wegen der fehlenden Zustimmung der USA verhindert wird. "In theoretischer Hinsicht bedeutet die WTO Aufhebung von Einschränkungen und Förderung globaler transnationaler Gesellschaften auf dem Markt, in diesem Rahmen erscheint das gemeinsame Auftreten von Sewerstal und Arcelor aktuell."

    "Um die Figur des Sewerstal-Chefs Mordaschow wird jetzt ein doppeldeutiges Image entstehen", fügt Parfjonow hinzu. "Einerseits ist er ein Retter der europäischen Gesellschaft und ein erfolgreicher Geschäftsmann, andererseits ist er eine ‚Kreml-Kreatur', die ein freies europäisches Unternehmen unfreundlich unterjocht."

    Wie Makarkin betont, wirkt Russlands Position in diesem Geschäft vorerst gewinnsicher. "Russland brauchte neue Verbündete in Europa, um die amerikanischen Barrieren auf dem Weg zur WTO-Mitgliedschaft zu brechen", so der Politologe. "Gelingt es Sewerstal, eine Allianz zu gründen, so wird Russland als ein politisch starker und weitsichtiger Partner Respekt in Europa ernten. Verliert Sewerstal, so wird Russland eine dankbare Wählerschaft in den meisten europäischen Ländern bekommen, die den wenn auch missglückten Hilfeversuch für lange in Erinnerung behalten wird."

    Zugleich betont Makarkin, dass diese Loyalität der europäischen Länder keinesfalls eine Unterstützung späterer Versuche russischer Unternehmen bedeutet, dem Sewerstal-Beispiel folgend, "den Westen zu erobern".

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