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    "Nowyje Iswestija": Behindern hohe Löhne Wirtschaftswachstum in Russland?

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    MOSKAU, 15. Juni (RIA Novosti). Das Wachstumstempo in der russischen Wirtschaft geht zurück. Nach Ansicht des Finanzministers Alexej Kudrin sind u. a. zu hohe Löhne daran schuld, schreibt die "Nowyje Iswestija" am Donnerstag. Experten zweifeln das an.

    "Man muss verstehen, dass der Anstieg der Löhne und der Energiepreise unweigerlich ist", stellt Jewgeni Jassin, wissenschaftlicher Leiter der Wirtschaftshochschule, fest. Die Hauptursachen des sinkenden Tempos des Wirtschaftswachstums liegen nach Ansicht des Experten in der niedrigen Arbeitsproduktivität und einer äußerst langsamen Modernisierung der Industrie. Mit Ausnahme der Exportsektoren ist in der Wirtschaft eine technologische Stagnation zu beobachten, betont Jassin.

    "Kudrin sollte versuchen, zumindest drei Tage lang für den Lohn eines russischen Durchschnittsarbeiters zu leben, bevor er solche Erklärungen abgibt", kommentierte der Staatsduma-Abgeordnete Sergej Glasjew. Die Entwicklung wird von einer unzureichenden Verbrauchernachfrage gehemmt, die gerade durch bescheidene Einkommen der russischen Bevölkerung bedingt ist.

    Laut Alexej Wedew, Generaldirektor des Forschungslabors Vedi, geht das Wachstumstempo in der Tat zurück, dieser Prozess hat aber mit dem Lohn nichts zu tun. "Die Einkommen der USA-Bürger sind wesentlich höher, was die Entwicklung der Wirtschaft nicht behindert, auch wenn diese nicht besonders schnell erfolgt", so der Experte. "In Wirklichkeit liegt das Problem in erster Linie in der Schwäche der russischen Finanzsphäre. Die Finanzmärkte sind unzureichend entwickelt, um den Zustrom von Öldollars verdauen zu können. Im gleichen Zustand befindet sich auch das Bankensystem. Zu verweisen ist auch auf den Anstieg des Rubel-Wechselkurses zum Dollar, der zwar keine Eindämmung der Inflation bringt, zugleich aber Probleme beim russischen Produzenten verursacht. Außerdem empfindet die Wirtschaft Investitionshunger. Um das Wirtschaftswachstum von sechs Prozent im Jahr zu sichern, müssen die Investitionen um zehn Prozent steigen.

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