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    Russischer Rüstungsexport: Schiffbauer sind Flugzeugbauern voraus

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    MOSKAU, 15. Juni (RIA Novosti). Der russische Kriegsschiffbau hat 2005 viel höhere Finanzergebnisse als die Flugzeugkonzerne gebracht. Den Durchbruch der Schiffbauer führen Experten auf die großen Exportverträge bei U-Booten zurück.

    Der Gesamtumfang der Verkäufe der Schiffbaukorporationen stieg auf mehr als das Doppelte an - von 28,5 Milliarden Rubeln 2004 auf 59,5 Milliarden Rubel 2005 (mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar), heißt es in einer analytischen Übersicht des Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse.

    Zugleich ging der Erlös der Flugzeugunternehmen, deren Erzeugnisse traditionell in der Nomenklatur des Rüstungsexports als besonders gefragt gelten, von 74,2 Milliarden Rubel 2004 auf 50,4 Milliarden Rubel 2005 zurück.

    Der Durchbruch des Kriegsschiffbaus ist einerseits auf den Export von sechs dieselelektrisch getriebenen U-Booten des Projekts 636 und eines Zerstörers des Projekts 956 EM nach China und andererseits darauf zurückzuführen, dass es 2005 keine Exportlieferungen von schweren Jagdjets der Su-30-Baureihe gegeben hat, schlussfolgern die Analytiker.

    Die Experten betonen, dass der staatliche Verteidigungsauftrag erstmals seit 1999 die Finanzkennziffern der führenden Betriebe der russischen Verteidigungsindustrie beeinflusst hatte. Zuvor hatte die Militär-Industrie-Kommission das Projekt des neuen Programms zur Bewaffnung der russischen Armee in den Jahren 2007 bis 2015 gebilligt. Die Ausgaben im Rahmen dieses Programms werden 4,939 Billionen Rubel (etwa 185 Milliarden US-Dollar) betragen. 63 Prozent der Mittel des Programms werden für den Kauf von Waffen und Militärtechnik bereitgestellt. Aber schon 2005 stieg der Anteil des Binnenmarktes an der Realisierung von Erzeugnissen der größten Rüstungsproduzenten von 32 Prozent 2004 auf 38 Prozent an.

    Nach Meinung von Spezialisten können Haushaltsmittel für umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an Rüstungssystemen einer neuen Generation bereitgestellt werden. Es handelt sich dabei um einen Flugzeugkomplex der Fliegerkräfte - einen Jagdjet der fünften Generation, die Su-27SM2 und die Su-34 (Flugzeugholding Suchoi) sowie das Fla-Raketen-System SRS S-400 (Unternehmen Almas-Antej).

    Aber ungeachtet des wachsenden Umfangs der staatlichen Finanzierung bleibt die Exportorientierung der führenden Unternehmen der russischen Verteidigungsindustrie erhalten. Der Verkauf von Rüstungen an das Ausland sichert nach wie vor etwa 60 Prozent der Verkäufe der Spitzenreiter des russischen Militär-Industrie-Komplexes.

    2006 wird sich die Situation auf dem russischen Markt der Verteidigungstechnologien ändern, prognostizieren die Experten. Die Flugzeugunternehmen werden ihre vorherrschenden Positionen beim Erlösumfang wieder herstellen. Dies wird durch die Lieferung von voraussichtlich zwölf Jagdjets Su-30MKI und die Übergabe von zehn bis zwölf Bausätzen für die Lizenzproduktion der selben Maschinen an Indien sowie durch den Beginn der Erfüllung eines Liefervertrages über MiG-29SMT an Algerien erfolgen. Außerdem ist der Abschluss eines Vertrages über die Lieferung von Su-30MK an Indonesien möglich.

    Der jährliche russische Rüstungsexport wird in Abhängigkeit vom Zyklus der Umrüstung der Armeen der Bestellerländer in nächster Zukunft 4,7 Milliarden US-Dollar bis 7,5 Milliarden US-Dollar betragen.

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