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    Russland und Uruguay wollen Joint Venture für Produktion von Dual-Use-Gütern gründen

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    BUENOS AIRES, 15. Juni (RIA Novosti). Russland und Uruguay planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Produktion von Dual-Use-Gütern.

    Eine russische Delegation hält sich zur Zeit in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo auf, um die Perspektiven dieses Joint Ventures zu erörtern, sagte Alexander Denissow, Vertreter des staatlichen russischen Waffenhandelsunternehmens Rosoboronexport in Uruguay, am Donnerstag in einem Interview für die Nachrichtenagentur RIA Novosti.

    "Die russische Seite erklärt sich bereit, ihre Vertragsverpflichtungen auf der Basis nicht traditioneller Verrechnungsschemata zu erfüllen", sagte Denissow, ohne auf Details des möglichen Abschlusses einzugehen. "Russische Militärtechnik könnte gegen Exportwaren aus Uruguay wie Zitrusfrüche, Fleisch, Reis oder Weine geliefert werden."

    Bei einem Treffen mit Vertretern der Militärführung Uruguays sei die russische Delegation über den Wunsch informiert worden, die Dokumente zur Gründung des Joint Ventures zu unterzeichnen. Eine Voraussetzung dafür sei, dass das russische Angebot akzeptiert werde.

    Denissow teilte ferner mit, dass während der Verhandlungen das Problem der Tilgung von 20 Millionen US-Dollar Schulden der früheren Sowjetunion gegenüber Uruguay gelöst wurde (die gesamten Verbindlichkeiten belaufen sich auf 43 Millionen Dollar). Laut einem Vertrag solle Rosoboronexport zum Oktober dieses Jahres Schwerlaster des Typs Ural, 19 Straßenbaumaschinen und Panzerwagen des Modells "Wodnik" für 20 Millionen Dollar liefern.

    "Im August dieses Jahres soll eine Gruppe uruguayischer Militärs sich in Russland über die Produktion von Erzeugnissen militärischer Zweckbestimmung informieren... Zudem prüft Uruguay die Möglichkeit, ein mobiles Spital in Russland zu erwerben. Der Wert des eventuellen Abschlusses dürfte bei sechs Millionen Dollar liegen."

    Auf die Perspektiven der Erweiterung der Kooperation mit anderen Ländern Lateinamerikas angesprochen, sagte Denissow, dass Russland solche Kontakte mit allen befreundeten Staaten des Kontinents fördern möchte. "Berechnungen von Rosoboronexport-Experten zufolge soll der lateinamerikanische Markt für Kampftechnik und Rüstungen auf 1,5 bis 2,0 Milliarden Dollar wachsen."

    Der Vertreter erinnerte daran, dass Rosoboronexport bereits erfolgreich in Venezuela, Mexiko, Kolumbien, Ekuador und Peru arbeitet. Gewisse Perspektiven böten sich auch auf dem brasilianischen Rüstungsmarkt.

    Chile und Argentinien bekunden ihr Interesse an einer umfassenderen militärtechnischen Kooperation mit Russland. Chile sei an russischen Hubschraubern und Fla-Komplexen interessiert. Argentinien wolle Küstenschutzschiffe gemeinsam mit Russland bauen bzw. erwerben oder aber Radaranlagen in Russland kaufen, sagte Denissow.

    Rosoboronexport ist der einzige staatliche russische Vermittler beim Ex- und Import von Waren, Technologien und Leistungen doppelter Zweckbestimmung. Rosoboronexport ist berechtigt, beliebige für den Export genehmigte Rüstungen und Waffen aus der Produktion russischer Betriebe auf den Weltmarkt zu liefern.

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