19:30 23 August 2017
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    "Nesawissimaja Gaseta": Öl vom Kaspisee fließt an Russland vorbei

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    MOSKAU, 14. Juli (RIA Novosti). Die offizielle Inbetriebnahme der Ölpipeline Baku - Tiflis - Ceyhan (BTC) hat am Donnerstag im türkischen Mittelmeerhaften Ceyhan stattgefunden. Der Zeremonie wohnten ranghohe offizielle Persönlichkeiten aus 20 Ländern bei, u. a. die Präsidenten der Türkei, Aserbaidschans und Georgiens, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    "Die Türkei, die keine Naturreichtümer wie Öl und Gas hat, wird erstmals eine zentrale Rolle in der internationalen Energiegemeinschaft spielen, ihre geopolitische Stellung bekommt eine strategische Bedeutung", erklärte der offizielle Sprecher des türkischen Außenamtes vor Journalisten.

    Die BTC-Route war von Anfang an dazu gedacht, Russlands Positionen in der Region zu schwächen und diesem Land die Monopolstellung beim Öltransport aus Aserbaidschan und Zentralasien auf die Weltmärkte zu nehmen. Neben dem aserbaidschanischen Öl wird in nächster Zukunft auch das kasachische Öl über die Pipeline gepumpt. Die BTC-Inbetriebnahme ermöglicht neue Energieprojekte in der Region. So hat Israels Infrastruktur-Minister Binyamin Ben Eliezer am Donnerstag betont, sein Land sei an einem Transit vom Öl aus Ceyhan über die Pipeline Ashkelon - Elot ans Rote Meer und von dort weiter nach Indien und China interessiert.

    Im Staatlichen Öl- und Gasunternehmen Aserbaidschans erfuhr die Zeitung, dass die Tagesleistung der BTC-Pipeline gegen Ende dieses Jahres 500 000 Barrel erreichen soll. Die geplante Leistung von einer Million Barrel am Tag bzw. 50 Millionen Tonnen im Jahr soll nach einer entsprechenden Steigerung der Fördermenge 2008 erreicht werden.

    Der Start des BTC-Projektes ist nicht das Einzige, das Russlands Positionen in der Region unterminiert und die türkischen Positionen in diesem Raum verstärkt. Wie der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnungszeremonie erklärte, wollen die daran beteiligten Staaten ihr Eisenbahnnetz erweitern, das nun alle Länder Zentralasiens, Transkaukasiens und der Türkei erfassen soll. Der Bau der Pipeline Samsun-Ceyhan soll folgen, über die die Türken das kasachische und das russische Erdöl am Bosporus vorbei fließen lassen wollen, um die Meeresstraße zu entlasten.

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