15:05 19 August 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Gasprom kauft sich in Europa ein

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 3 0 0

    Der russische Konzern Gasprom erwirbt knapp 50 Prozent der Aktien von drei ungarischen Unternehmen im Austausch gegen 25 Prozent plus eine Aktie im Juschno-Russkoje-Vorkommen, die Gasprom dem deutschen E.On übereignet.

    MOSKAU, 14. Juli (RIA Novosti). Der russische Konzern Gasprom erwirbt knapp 50 Prozent der Aktien von drei ungarischen Unternehmen im Austausch gegen 25 Prozent plus eine Aktie im Juschno-Russkoje-Vorkommen, die Gasprom dem deutschen E.On übereignet.

    Ein entsprechendes Rahmenabkommen wurde am Donnerstag unterzeichnet.

    Noch gehören die ungarischen Unternehmen, so die Zeitung "Wedomosti", vollständig dem E.On. E.On Foldgaz Storage besitzt fünf unterirdische Gasspeicher für eine Gesamtmenge von 3,4 Milliarden Kubikmeter. E.On Foldgaz Trade verkauft über 14 Milliarden Kubikmeter Gas an seine Kunden und E.On Hungaria versorgt mehr als 2,9 Millionen Verbraucher mit Strom und Gas.

    E.On schnappte Gasprom diese Unternehmen vor zwei Jahren vor der Nase weg, als Ungarns Erdöl- und Erdgasmonopol MOL sie auf einer Auktion versteigerte. E.On kam damals mit über 750 Millionen Euro zum Zuge.

    Als Gasprom den Plan zum Bau der Nordeuropäischen Gaspipeline bekannt gab, erklärte der Konzern seine Bereitschaft, ein Aktienpaket vom Juschno-Russkoje-Vorkommen einzutauschen. Im April einigte sich Gasprom mit der BASF-Tochter Wintershall, ihr 35 Prozent der Aktien von Sewerneftegasprom zu übergeben. Im Austausch gegen diese Aktien wird Gasprom zu seinen 35 Prozent Aktien von Wingas (Gasvertriebsfirma in Deutschland) weitere 15 Prozent minus eine Aktie sowie die Erdölaktiva in Libyen bekommen. Damals verkündete Gasprom auch, es sei bereit, 25 Prozent minus eine Aktie gegen E.On-Anteile an ungarischen Aktiva auszutauschen. Aber E.On war zunächst nicht bereit, mehr als 40 Prozent der ungarischen Aktiva abzutreten.

    Gasprom will auch künftig die Taktik des Aktientausches anzuwenden. Sergej Kuprijanow, Pressesprecher des Vorstandsvorsitzenden des Gaskonzerns, sprach bereits vom Verkauf von 49 Prozent der Aktien im Stockmann-Projekt (Barentssee) als dem nächsten Geschäft. Auf der Short-Liste der Anwärter auf dieses Projekt stehen die norwegischen Statoil und Hydro, die amerikanischen Chevron und ConocoPhillips sowie das französisch-belgische Unternehmen Total. Gasprom verspricht, die Ergebnisse einer Ausschreibung im August bekannt zu geben.

    Die Nordeuropäische Gaspipeline wird auf dem Grund der Ostsee von Wyborg nach Greifswald verlegt. Ihre Ressourcenbasis ist das Juschno-Russkoje-Vorkommen mit Gasvorräten von 700 Milliarden Kubikmetern. Die Projektkosten betragen zehn bis zwölf Milliarden US-Dollar. Betreiber des maritimen Teils (1128 km) ist Nort European Gas Pipeline Company. Aktionäre sind Gasprom (51 Prozent), BASF und E.On (je 24,5 Prozent).

    Gasprom ist die größte Gasgesellschaft der Welt. Im vorigen Jahr gewann sie 547,9 Milliarden Kubikmeter Gas und 12 Millionen Tonnen Erdöl. Rosimuschtschestwo (Föderale Agentur für Vermögensverwaltung) besitzt 38,37 Prozent der Gasprom-Aktien, Rosneftegas (staatliches Unternehmen) - 10,74 Prozent und E.On - 6,4 Prozent.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren