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    Suchoj und Rosoboronexport: Keine Angst vor US-Sanktionen

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    Ein Rosoboronexport-Sprecher bezeichnete die US-Sanktionen als Vergeltung an Russland für dessen Entscheidung, Waffen und Kriegstechnik im Wert von drei Milliarden US-Dollar nach Venezuela zu liefern.

    MOSKAU, 07. August (RIA Novosti). Das US State Department hat dem russischen Waffenexporteur Rosoboronexport und dem Flugzeugbauer Suchoj vorgeworfen, Massenvernichtungswaffen nach Iran geliefert zu haben, und verhängte gegen sie Sanktionen.

    Strafmaßnahmen wurden auch gegen zwei indische, zwei nordkoreanische und eine kubanische Firma unter der selben Anschuldigung verhängt. Sie alle werden beschuldigt, ein amerikanisches Gesetz von 2000 verletzt zu haben, das die Lieferung von Massenvernichtungswaffen und Raketentechnologien an den Iran verbietet. Die Sanktionen sind seit 28. Juli in Kraft.

    Der stellvertretende Generaldirektor von Suchoj, Wadim Rasumowski, ist erstaunt über die Entscheidung des amerikanischen Außenministeriums: Zuletzt hatte Suchoj noch 1998 Ersatzteile für russische Flugzeuge nach Iran geliefert. Rosoboronexport lieferte dorthin Flugabwehr-Raketenkomplexe Top M-1, erzählte Konstantin Makijenko, Direktor des Zentrums für Strategieanalyse und Technologien.

    Ein Rosoboronexport-Sprecher bezeichnete die US-Sanktionen als Vergeltung an Russland für dessen Entscheidung, Waffen und Kriegstechnik im Wert von drei Milliarden US-Dollar nach Venezuela zu liefern.

    Die Sanktionen verbieten unter anderem auch Lieferungen in die USA. Makijenko erinnert daran, dass auf der Stoppliste bereits mehrere russische Rüstungsbetriebe wie zum Beispiel das Tulaer Konstruktionsbüro für Gerätebau - ohne Folgen für ihr Geschäft - gestanden haben. Rosoboronexport und Suchoj können die Sanktionen hingegen erhebliche Verluste bringen. Suchoj entwickelt gemeinsam mit dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing das Kurzstreckenflugzeug Superjet (früher "Russian Regional Jet", RRJ). Rosoboronexport erwirbt derzeit 70 Prozent der Anteile am Titanhersteller VSMPO-Avisma, der zu den Großlieferanten von Boeing gehört.

    Beide russische Staatsunternehmen haben keine Angst vor den Sanktionen. Rasumowski zufolge lässt sich Suchoj von Boeing nur hinsichtlich der Projektierung und der Zertifizierung des Superjets beraten. Der Selbstkostenanteil der amerikanischen Lieferanten an dem neuen Jet liege unter zehn Prozent, so dass es nicht schwer wäre, einen Ersatz zu finden.

    VSMPO-Avisma kann wegen der Sanktionen den wichtigsten Kunden verlieren, denn auf Boeing entfallen 40 Prozent der Erlöse der Firma (über 200 Millionen US-Dollar), sagte eine VSMPO-Avisma nahestehende Quelle. Der Korporation drohen erhebliche Absatzschwierigkeiten, sollten die Lieferungen an Boeing verboten werden. Airbus kauft kein Titan mehr, wobei der Bedarf der russischen Flugzeugbauer viel geringer ist.

    Eine Rosoboronexport nahestehende Quelle ließ inzwischen wissen, die Firma habe nicht die Absicht, auf das Geschäft zu verzichten. Selbst wenn VSMPO-Avisma die Lieferungen an Boeing einstellen müsste, würde die Firma ohne Mühe neue Kunden finden. Die Nachfrage nach Titan liege 30 Prozent über dem Angebot, erläuterte die Quelle. Deshalb müsste sich eher Boeing um einen möglichen Lieferungsausfall Sorgen machen.

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