21:35 21 September 2017
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    "Wedomosti": Ölunternehmen werden Gaskondensat an Gasprom vorbei exportieren

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Das dem Konzern Gasprom zuliebe verabschiedete Gesetz über das Gasexport-Monopol hat den Ölunternehmen das Recht genommen, nicht nur alle Arten von Gas, sondern auch Gaskondensat zu exportieren.

    Der Top-Manager eines großen Ölunternehmens hat die Einbeziehung des verflüssigten Propan-Butan-Gemischs, das in Ölraffinerien hergestellt wird, und des Gaskondensats in das Gesetz als einen "furchtbaren Fehler" bewertet, den die Regierung möglichst schnell korrigieren soll. "Auch Gasprom ist damit einverstanden, dass es ein Fehler ist", sagt er. "Inoffiziell bestätigten das auch Top-Manager von Gasprom." Der Gasmonopolist selbst verweigerte allerdings eine Stellungnahme dazu.

    Am Donnerstag beschlossen die Beamten einige Zugeständnisse, mit denen der Export von Gaskondensat gestattet wird, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Freitag. Nach Ansicht von Experten handelt es sich dabei um ein Geschäft im Wert von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr.

    Wie Valeri Nesterow, Analyst der Investmentfirma Troika Dialog, feststellte, exportierten die Ölunternehmen 1,6 Millionen Tonnen des Propan-Butan-Gemischs in die GUS-Länder und in die baltischen Länder wie auch nach Finnland, Ungarn und Polen sowie in die Slowakei und die Türkei. Bei einem Durchschnittspreis von 550 bis 560 Dollar für eine Tonne belief sich der Gesamtumfang des Exports auf 880 bis 900 Millionen Dollar. Den Export von Gaskondensat im vergangenen Jahr schätzte er auf 2,6 Milliarden Dollar.

    Der Abgeordnete Valeri Jasew, Verfasser des Gesetzentwurfs, beruhigte die Ölunternehmer: Im Gesetz ging es ausschließlich um Erdgas und nicht um dessen Verarbeitungsprodukte, einschließlich Propan-Butan. Gaskondensat wird im Gesetz nicht einmal erwähnt. "Die Ölunternehmer brauchen nicht in Panik zu geraten. Mit den Ausführungsvorschriften zum Gesetz wird alles geregelt", meinte ein Vertreter des Staatsduma-Ausschusses für Energiewirtschaft, Verkehrs- und Fernmeldewesen.

    "Wir hoffen, dass es sich um ein Missverständnis handelt, das geregelt wird", erklärte der Manager einer größeren Ölgesellschaft. "Sonst würde es heißen, dass die Staatsduma und Gasprom alte Regeln zerstören und keine neuen vorgeschlagen."

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