07:54 25 September 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    "Kommersant": Mitsubishi Motors sucht Standorte in Sankt Petersburg

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Vertreter des Konzerns Mitsubishi haben potentielle Standorte für ihr Autowerk bei Sankt Petersburg besichtigt.

    Auch die Behörden des Gebiets Kaluga wären bereit, Grundstücke bereitzustellen und Vergünstigungen anzubieten, berichtet die Tageszeitung "Kommersant" am Montag. Voraussichtlich wird aber doch der Raum von Sankt Petersburg vorgezogen, weil Toyota und Nissan dort ebenfalls ihre Autowerke bauen wollen, was Zulieferer in diese Region zieht, die auch das Mitsubishi-Werk beliefern könnten.

    Noch Mitte des Sommers erklärten Mitsubishi-Sprecher, den Bau eines Automontagewerks in Russland erst zu erwägen, wenn der Absatz von Mitsubishi-Autos auf dem russischen Markt mehr als 90 000 Wagen betrage (2005: 55 000 Autos).

    Die Ansichten zum russischen Markt wurden auch durch die Verschiebung einer WTO-Aufnahme Russlands beeinflusst. Bisher ging man von einem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation bis spätestens 2007 aus, was die Einfuhrzölle für neue Pkw schrittweise von den jetzigen 25 auf 15 Prozent senken würde. Mitsubishi befürchtete dadurch eine Konkurrenz der Erzeugnisse des geplanten russischen Autowerks mit den erschwinglicher werdenden Importen, was den Sinn der Investitionen in die Produktionsaufnahme in Frage stellte.

    Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den USA Mitte dieses Sommers wurde Russlands WTO-Beitritt auf unbestimmte Zeit verschoben. Danach intensivierte Mitsubishi den Dialog mit dem Russischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel über ein mögliches Abkommen zur Pkw-Konstruktion in Russland (die Zulieferteile werden zu ermäßigten Zolltarifen eingeführt).

    Die Administration des Gebiets Kaluga (dort wird ein Volkswagen-Werk gebaut) teilte indessen mit, dass es "Arbeitskontakte mit Mitsubishi gegeben hat, zu einer Besichtigung potentieller Baustellen ist es aber nicht gekommen".

    Der Vorteil des Raums um Petersburg besteht für Mitsubishi Motors u. a. darin, dass die japanischen Konzerne Toyota und Nissan dort bereits mit dem Bau ihrer Betriebe begonnen haben. Es ist zu erwarten, dass Hersteller von Zulieferteilen, die auch den Mitsubishi-Betrieb beliefern könnten, den Konzernen nach Petersburg folgen werden. Damit könnte Mitsubishi in Petersburg eine Infrastruktur von Industriezonen, die auf Kosten der örtlichen Behörden entwickelt wurde, sowie eine Produktion von Zulieferteilen bekommen, die mit Unterstützung von Konkurrenten zu Stande gekommen ist.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren