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    "Kommersant": Ungarische Firma wird erstmals Eigentümer russischen Förderbetriebs

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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Die größte ungarische Öl- und Gasgesellschaft MOL wird bis zum Jahresende 100 Prozent des Abschnitts Surgutskij-7 bei der Sewero-Sapadnaja neftjanaja gruppa (Ölgruppe Nordwest) erwerben. Der Kauf einer Lizenz mit anschließendem Abtreten eines Projektanteils an einen ausländischen Partner könnte nach Ansicht von Experten eine verbreitete Form für den Einstieg ausländischer Unternehmen in den russischen Ölfördermarkt werden, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Die Vorräte des Abschnitts Surgutskij-7 werden gemäß der Kategorie C3 auf 1,9 Millionen Tonnen und gemäß der Kategorie D1 auf 21,4 Millionen Tonnen geschätzt. Die Erkundungsbohrungen sollen 2007 beginnen. Zuvor wurde mitgeteilt, dass die Ölgruppe Nordwest im Frühling vergangenen Jahres 300 Millionen Rubel (knapp neun Millionen Euro) für die Lizenz gezahlt hatte. Nach Ansicht von Branchenanalytikern hat sich der Preis dafür inzwischen verdoppelt.

    Die Gesellschaft MOL hat mehrmals ihr Interesse an Förderaktiva in Russland bekundet. Sie beteiligte sich bereits ohne Erfolg an der Versteigerung der Gesellschaft Udmurtneft. Dem MOL-Zugang zur Ölförderung in Russland stehen aber auch politische Schwierigkeiten im Wege, die mit der Weigerung der ungarischen Behörden verbunden sind, russischen Unternehmen Zutritt zum Ölsektor Ungarns zu gewähren. Die Partnerschaft mit der Ölgruppe Nordwest bietet MOL die Möglichkeit, solche Schwierigkeiten beim Erwerb von Förderunternehmen zu vermeiden.

    "Für westliche Unternehmen ist der Zugang zu den russischen Bodenschätzen nicht einfach, der Prozess der Beteiligung an den Wettbewerben ist nicht transparent genug und wird nicht selten von politischen Momenten erschwert", sagt Valeri Nesterow, Analyst der Investmentgesellschaft Troika Dialog. "Solche Unternehmen wie MOL, die österreichische Firma OMV oder die polnische PKN Orlen sind über die Entwicklung ihres Fördersektors besorgt. Russische Unternehmen bekommen zugleich die Lizenzen recht preiswert, deshalb haben die Geschäfte mit dem Abtreten Aussichten."

    Wie Julia Sosina, Generaldirektorin der Ölgruppe Nordwest, mitteilte, wird das Geld aus dem Geschäft mit MOL in neue Projekte investiert. Die Gruppe will an Auktionen teilnehmen, bei denen Vorkommen, u. a. in Ostsibirien, aufgeteilt werden. Ein anschließender Verkauf der Projektanteile durch die Ölgruppe ist nicht auszuschließen. Mit der Suche nach ausländischen Partnern sind keine Probleme zu erwarten: Chinesische und indische Gesellschaften sind nach wie vor an der Ölförderung in Russland interessiert.

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