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    "Gazeta.Ru": Alrosa und De Beers wollen Verbot für Rohdiamantenkauf umgehen

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    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Die Spitzenreiter des Rohdiamantenmarktes haben einen Weg zur Umgehung des Verbots gefunden, mit dem die Europäische Kommission den Rohdiamantenkauf des Unternehmens De Beers von der russischen Alrosa reglementieren wollte.

    Laut EU-Plänen soll Alrosa 2007 Rohdiamanten für 500 Millionen Dollar und 2008 für 400 Millionen Dollar an De Beers verkaufen. Alrosa fechtet diesen Beschluss in der ersten Instanz des EuGH an und wirft der Europäischen Kommission eine Verletzung des grundlegenden Prinzips der Freiheit der Vertragsabschlüsse vor.

    Am Mittwoch unterzeichneten Alrosa und De Beers ein Memorandum, demgemäß sie weltweit Joint Ventures für die Erkundung und Gewinnung von Rohdiamanten gründen können, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru".

    Sollte die Unterzeichnung des Memorandums zu einem Zusammenwirken führen, könnte das den Unternehmen ermöglichen, die Einmischung der Europäischen Kommission wettzumachen.

    Auf Alrosa entfallen 25 Prozent des Rohdiamanten-Weltmarktes. Im 1. Halbjahr 2006 belief sich der Reingewinn des Unternehmens auf 140 Millionen Euro. Auf De Beers entfallen drei Fünftel der weltweiten Rohdiamantenförderung. 2005 machte das Unternehmen einen Reingewinn von 554 Millionen Dollar. Anfang 2005 verkaufte das russische Rohdiamantenmonopol 19 Prozent seiner Förderung an De Beers.

    Die Unterzeichnung des Memorandums wird von Analysten positiv bewertet. "Ein solches Abkommen ist in die Zukunft gerichtet", stellt Alexej Pawlow, Leiter der Analytik-Abteilung des Investunternehmens VIKA, fest. "Derzeit ist zwar das Angebot auf dem internationalen Rohdiamantenmarkt um zehn Prozent höher als die Nachfrage, eine schrittweise Erneuerung der Ressourcenbasis ist dennoch notwendig."

    De Beers solle sich dabei mit dem Absatz der geförderten Rohdiamanten befassen, da es die größere Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt, meint Igor Wassiljew von der Investgesellschaft Financial Bridge. "Nicht ausgeschlossen ist aber auch die Variante einer Produktaufteilung und des Steinabsatzes über zwei Absatznetze. Gut ist auch, dass jede der Gesellschaften nicht nur Erfahrungen des Partners übernehmen, sondern auch Risiken aufteilen kann, die bei der Erschließung neuer Vorkommen unvermeidlich sind."