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    "Wedomosti": Product-Sharing-Projekte unergiebig

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    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Die Teilnehmer der seit Anfang der 90er Jahre in Russland realisierten Product-Sharing-Projekte haben bereits rund 18 Milliarden Dollar in die Öl- und Gasförderung investiert.

    Der Staat konnte allerdings nur rund 686 Millionen Dollar daran verdienen, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

    Wie die interbehördliche Kommission in einem Bericht für 2005 für Product-Sharing-Projekte bekanntgibt, ist Sachalin-2 (Operator Sakhalin Energy) mit den bisherigen Investitionen von 11,8 Milliarden Dollar das teuerste der drei Projekte. Sachalin-1 (Operator ExxonMobil) hat bereits 5,6 Milliarden Dollar verschlungen und das Ölvorkommen Charjaga (Operator Total) 781,8 Millionen Dollar.

    Dabei sei zugleich jedes der Projekte teurer als ursprünglich geplant. Allein 2005 beliefen sich die Ausgaben für Sachalin-1 auf 2,27 Milliarden Dollar, womit der Kostenvoranschlag um 24 Prozent übertroffen wurde.

    Bei Sachalin-2 wurden mit 4,05 Milliarden Dollar rund 61 Prozent und bei Charjaga mit 93,45 Millionen Dollar rund 26 Prozent mehr ausgegeben.

    Der Leiter des Zentrums SRP-Expertisa, Michail Subbotin, möchte aber auch die indirekten Einnahmen mitrechnen, die der Staat an einem Product-Sharing-Projekt verdient.

    Dies beziehe sich auf Steuern, die von den Auftragnehmern an den Staatshaushalt abgeführt werden. Nach den Worten von Igor Ignatjew, Vizepräsident von Sachalin Energy, seien im Rahmen der beiden Sachalin-Projekte Verträge mit russischen Unternehmen für insgesamt rund acht Milliarden Dollar geschlossen worden. Allein 2005 zahlte Sakhalin Energy 931,8 Millionen Dollar an die einheimischen Auftragnehmer, was 87 Prozent aller Aufträge ausmacht.

    Als die Product-Sharing-Projekte vor zehn bis zwölf Jahren gestartet wurden, gab es wegen fehlender Finanzmittel für russische Unternehmen keinen anderen Weg, die Erschließung komplizierter Vorkommen in Angriff zu nehmen, stellt Maxim Schejin, Chef der analytischen Abteilung von Brokerkreditservice, fest.

    Bei den jetzigen hohen Ölpreisen sind die Product-Sharing-Gesellschaften nicht mehr so notwendig, meint Denis Borissow, Analyst der Gesellschaft Solid. Wie er berechnet hat, betragen die Staatseinnahmen aus dem Sachalin-1-Projekt bei einem Barrelpreis von 65 Dollar und einer 50:50-Gewinnaufteilung etwa 37,8 Dollar pro Barrel und bei den jetzigen Steuerraten 45,6 Dollar. Insofern sollten neue Product-Sharing-Projekte nur bei besonders komplizierten Vorkommen geschlossen werden wie Schtokman, Priraslomnoje oder Zentralnoje.