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    Beschlagnahmte Dokumente aus Umweltschutzbehörde dienen Strafverfolgung (Hintergrund)

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    MOSKAU, 18. Oktober (RIA Novosti). Die Beschlagnahme der Dokumente bei der Umweltschutzbehörde (Rosprirodnadsor) stand in Zusammenhang mit einem Lizenz- und Eigentumsstreit. Der Fall hat keine direkte Beziehung zur Behörde, teilte der Pressedienst eines Departements des Innenministeriums am Mittwoch RIA Novosti mit.

    Am heutigen Morgen hatten Mitarbeiter des Innenministeriums Dokumente bei Rosprirodnadsor beschlagnahmt. "Die Beschlagnahme steht in Zusammenhang mit der Aufklärung eines Strafrechtsfalls, der keine Beziehung zu dieser Behörde hat. Es handelt sich um einen Fall, in dem Personen versucht haben, sich Aktien der Gasprombank-Invest anzueignen und somit den Anteil des Unternehmens bei Tambeineftegas zu senken. Tambeineftegas hat Lizenzen für die Ausbeutung der Lagerstätte "Juschno-Tambeiskoje", sagte der Sprecher des Innenministeriums zu RIA Novosti.

    Weil Rosprirodnadsor die Lizenzen zur Ausbeutung der Gas-Lagerstätten ausgibt, seien die Ermittler im Innenministerium auf diese Unterlagen angewiesen gewesen, erklärte der Ministeriums-Vertreter die Beschlagnahme. Ein Informant der Behörde bestätigte RIA Novosti, dass in dem Fall Strafantrag wegen Betrugs in besonders großem Umfang gestellt wurde. "Der dem Staat zugefügte Schaden beläuft sich auf zig Milliarden Rubel", sagte er.

    Ende des Sommers endete ein Gerichtsverfahren um diese Lagerstätte vor einem Moskauer Gericht. Das Gericht erklärte eine Entscheidung der Föderalen Agentur für die Nutzung von Bodenschätzen (russ.: Rosnedra) für ungültig. Die Agentur hatte die Überschreibung der Lizenz für die Lagerstätte "Juschno-Tambeiskoje" von Tambeineftegas auf die Tochtergesellschaft Jamal SPG gestattet. Dagegen hatte das Tochternehmen der Gasprombank, Gasprombank-Invest, geklagt.

    Die Lizenz war nämlich übertragen worden, ohne dass die Jamal SPG die nötige Ausrüstung zur Förderung von Gas bekommen hatte. Außerdem hatte das Unternehmen keine Lizenz für die Durchführung von Markscheidearbeiten, für die Aufbewahrung von Öl und Gasprodukten sowie die Arbeit mit explosiven Stoffen. Daneben fehlten dem Unternehmen das Recht für Wassernutzung und Erdabtragung.

    Demzufolge war durch die Übertragung der Lizenz das Recht der Gasprombank-Invest auf Privateigentum, die freie unternehmerische Tätigkeit und Dividenden verletzt worden.

    Jamal SPG wurde von Tambeineftegas gegründet. Tambeineftegas gehören 51 Prozent an Jamal SPG; 49 Prozent gehören Tambeigas. Gasprombank-Invest hat einen Anteil von 25,1 Prozent an Tambeineftegas. Die übrigen 74,9 Prozent gehören drei Gesellschaften, die vom Geschäftsmann Nikolai Bogatschow kontrolliert werden.

    Die Lagerstätte "Juschno-Tambeiskoje" liegt im Nordosten der Halbinsel Jamal. Die Gasvorkommen werden auf 1,2 bis 1,3 Billionen Kubikmeter Gas und 40 bis 50 Millionen Tonnen Kondensat geschätzt.

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