15:09 22 August 2017
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    EU-Experte: Genaue Prüfung der Pläne für neues Atomkraftwerk in Armenien

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    JEREWAN, 18. Oktober (RIA Novosti). Die Pläne Armeniens, ein neues Atomkraftwerk zu bauen, sollen sorgfältig geprüft werden.

    Das sagte der Leiter der Delegation der EU-Kommission für Armenien und Georgien, Torben Holtze, am Mittwoch in der armenischen Hauptstadt Jerewan.

    Seine Position begründete er damit, dass der Bau eines neuen Atomkraftwerks in der Region neue Umweltprobleme nach sich ziehen könnte. Das betreffe unter anderem das Problem der Endlagerung gebrauchter Brennelemente.

    Zur EU gehörten Länder, die die Nutzung von Atomkraft sowohl befürworten als auch kategorisch ablehnen, so Holtze.

    Das armenische Atomkraftwerk war 1980 in Betrieb genommen und 1989 aus politischen Gründen stillgelegt worden. 1995 wurde der Betrieb des Atomkraftwerks wieder aufgenommen, weil es in der transkaukasischen Republik akut an Strom mangelte.

    Zwei Stromanlagen des armenischen Atomkraftwerks sind mit russischen Druckwasserreaktoren des Typs WWER-440 aus erster Generation ausgestattet. Der erste Reaktorblock ist zurzeit gedrosselt. Die zweite Anlage mit einer Leistung von 407,5 Megawatt erzeugt bis zu 50 Prozent des gesamten armenischen Stromes. Nach Expertenschätzung kann der Reaktor bis 2016 betrieben werden.

    Im September 2003 wurde das Atomkraftwerk dem russischen Unternehmen Inter RAO UES für fünf Jahre übergeben.

    Die Europäische Union (EU) besteht auf einer Abschaltung des Atomkraftwerks und erklärte sich bereit, 100 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen. Armenische Fachleute behaupten, dass für den Bau alternativer Stromkapazitäten in der Republik knapp eine Milliarde Euro erforderlich ist.

    Armenien will ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 1000 Megawatt bauen. Das Projekt wird den armenischen Fiskus voraussichtlich eine Milliarde Dollar kosten. Um den Zufluss von fremdem Kapital in das Projekt zu ermöglichen, hatte das armenische Parlament das staatliche Monopol in der Atomindustrie abgeschafft.

    Die 9. Sitzung der armenisch-russischen Regierungskommission für die ökonomische Zusammenarbeit ging am 9. Oktober mit der Annahme eines Beschlusses zu Ende, eine Arbeitsgruppe für die Förderung der armenischen Atomwirtschaft zu bilden.

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