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    "Nesawissimaja Gaseta": Gaskartell? - Russlands Energiepolitik versetzt NATO in Unruhe

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    MOSKAU, 17. November (RIA Novosti). Die Energiesicherheit werde, so eine diplomatische Quelle in Brüssel, zu den zentralen Themen beim bevorstehenden Gipfel der NATO gehören, der am 28. und 29. November in der lettischen Hauptstadt Riga stattfindet, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta".

    Dabei wird Russland zu den Ländern gezählt, die die Interessen der Allianz gefährden können, wie es aus Dokumenten hervorgeht, die an die Presse gelangten.

    Russland rückte in den Vordergrund, indem es, wie in der NATO behauptet wird, eine Gaskrise in den Beziehungen mit der Ukraine und Georgien provoziert hat. Die Abschaltung der Gaszufuhr an diese Länder wurde von der NATO als wesentlich aufgefasst, weil sie auch die Lieferungen an Deutschland, Italien und Ungarn beeinflusste. Dabei warf man Moskau vor, die Verteilung der Energieträger als politische Waffe einzusetzen. Washington entwickelte mehrmals diese These. Sie ist auch in einem Geheimbericht enthalten, der von Experten des NATO-Wirtschaftsausschusses erstellt und an die 26 verbündeten Länder vor dem Gipfel der Allianz verschickt wurde.

    Die NATO befürchtet, dass Russland eine Art "Gas-OPEC" gründen wird, die den Einfluss Moskaus auf Europa ausbauen wird. Nach Meinung von NATO-Experten besteht das Ziel der "neuen OPEC" darin, "die Energiepolitik für die Erreichung politischer Ziele, insbesondere in den gegenseitigen Beziehungen mit den Nachbarn wie Georgien und Ukraine, zu nutzen".

    Die meisten russischen Experten betrachten die Gründung eines Gaskartells lediglich als theoretische Option. "Gasprom arbeitet nicht an der Gründung einer Gas-OPEC und hat auch nicht die Absicht", sagte Sergej Tschelpanow, stellvertretender Generaldirektor von Gaspromexport. Er erläuterte, dass Gasprom an der Integration der Gaslieferanten und -verbraucher interessiert ist. Eine Vereinigung der Lieferanten wird unnötige Unklarheiten auf dem Verbrauchermarkt schaffen.

    "Theoretisch ist die Bildung einer Allianz sehr attraktiv. Denn die Koordinierung senkt die Ausgaben und erhöht die Zuverlässigkeit der Gasversorgung. Außerdem ist das Monopol die effektivste Methode für die Gewinne", sagte Natalja Wolynskaja, Direktorin des Unabhängigen Brennstoff- und Energieinstituts. "Die Idee der Gas-OPEC wird unter Spezialisten schon lange besprochen. Doch die Umsetzung dieses Projekts hängt von der Entscheidung von Politikern ab, die der Auffassung sein können, dass durch politische Spekulationen um den russischen Monopolismus es zu einem ungerechtfertigten Schaden kommt", sagte sie.

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