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    "Kommersant": Joint Venture von Lukoil und Gasprom Neft auf Eis gelegt

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    MOSKAU, 17. November (RIA Novosti). Das geplante Joint Venture zwischen der staatlichen Ölfirma Gasprom Neft und dem privaten Ölförderer Lukoil steht in der Schwebe.

    Gestern wurde die Unterzeichnung eines entsprechenden Vereinbarung abgesagt - offiziell wegen des Rücktritts von Gasprom Neft-Chef Alexander Rjasanow.

    Wie es hieß, werden beide Firmen am 23. November auf diese Frage zurückkommen, nachdem der bisherige Chef der Chemiegruppe Sibur-Holding, Alexander Djukow, als neuer Präsident bei Gasprom Neft angetreten ist, berichtet das Wirtschaftsblatt "Kommersant" am Freitag. Jedoch kann das angekündigte Szenario noch korrigiert werden. Denn Rjasanows bisheriger Rivale im Gasprom-Vorstand, Alexander Ananenkow, wirbt verstärkt für eine Zusammenarbeit mit dem anderen Ölförderer, der Staatsfirma Rosneft.

    Laut Lukoil-Präsident Wagit Alekperow wird das Joint Venture sowohl in Russland als auch im Ausland tätig sein. Sein Vize Rawil Maganow glaubt jedoch, dass die Aktivitäten des Gemeinschaftsunternehmens auf Russland beschränkt würden.

    Wie eine Informationsquelle mitteilte, wird Gasprom Neft 51 Prozent am Joint Venture erhalten. Die übrigen Anteile werden Lukoil gehören. Das Abkommen setzt für die Gründung des Joint Venture keinen genauen Zeitpunkt fest und erwähnt keine Projekte im Ausland. Doch es werden konkrete Vorkommen im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen und in der Republik Komi (Nordrussland) genannt, die gemeinsam erschlossen werden sollen.

    Im März 2005 hatten Gasprom und Lukoil einen Vertrag über eine strategische Partnerschaft bis 2014 abgeschlossen, um gemeinsame Ölprojekte im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen und der Nenzen (Nordrussland) sowie auf dem russischen Festlandssockel des Kaspischen Meeres abzuwickeln.

    Lukoil besitze ein stärkeres Produktionspotential als Gasprom Neft, sagt Denis Borissow von der Investmentgesellschaft Solid. In der Republik Komi und vielen anderen russischen Regionen sei Lukoil der größte Ölförderer. Durch die Partnerschaft mit Gasprom Neft könne sich Lukoil Zugang zu weiteren Großvorkommen verschaffen, unter anderem auch zu den "strategisch wichtigen", so Borissow weiter.

    Einer Informationsquelle zufolge wurde die Unterzeichnung des Abkommens auf den 23. November vertagt. Aber Gasprom hat bereits einen anderen Öl-Partner im Visier. Am Mittwoch ließ der stellvertretende Vorstandschef Alexander Ananenkow wissen, dass demnächst eine Kooperationsvereinbarung auch mit der Staatsfirma Rosneft unterzeichnet werde.

    Laut Branchenexperten müssen die beiden Vereinbarungen nicht unbedingt miteinander konkurrieren, wenn die Projekte in verschiedenen Regionen umgesetzt würden.

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