20:16 20 Oktober 2018
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    Möglicher Verkauf der staatlichen Rosneft-Aktien sorgt für Wirbel - „Kommersant“

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    MOSKAU, 24. Januar (RIA Novosti). Der Chef der Behörde für die Verwaltung des Staatseigentums, Valeri Nasarow, hat am Dienstag angekündigt, weitere 25 Prozent der Aktien des staatlichen Ölunternehmens Rosneft könnten demnächst auf dem Markt angeboten werden. Der Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, German Gref, dementierte allerdings sofort solche Pläne, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Branchenexperten sehen keine wirtschaftlichen Motive für einen Verkauf dieser Wertpapiere. Die Meinungsdifferenzen über das weitere Schicksal des staatlichen Aktienpakets können aber nach ihrer Ansicht vom Wunsch einer bestimmten Gruppe von Beamten zeugen, möglichst viele Rosneft-Aktien im Vorfeld der Präsidentenwahlen zu veräußern.

    Nach dem Aktienkurs vom Dienstag kosten 25 Prozent der Aktien von Rosneft mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

    Andrej Gromadin aus der MDM-Bank ist der Ansicht, dass eine Verringerung der Staatsanteile erst in Erwartung eines radikalen Öl-Preisverfalls beziehungsweise bei einer pessimistischen Einschätzung der Perspektiven von Rosneft sinnvoll wäre. Auch Pawel Kuschnir von Deutsche UFG bezeichnet eine Verringerung des staatlichen Rosneft-Pakets als „unlogisch“.

    Im vergangenen Jahr hatten Präsidentenberater Igor Schuwalow und Vizewirtschaftsminister Kyrill Androssow, Mitglied des Rosneft-Direktorenrates, bereits unterschiedliche Erklärungen über einen zusätzlichen Verkauf von Aktien abgegeben, was die anhaltenden Meinungsdifferenzen der Beamten beweist.

    „In wirtschaftlicher Hinsicht besteht keine Notwendigkeit an einem zusätzlichen Aktienverkauf“, stellt Andrej Illarionow, ehemaliger Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, fest. „Es gibt kein Staatshaushaltsdefizit, aber auch die Ölpreise liegen bereits um ein Drittel unter ihrem Maximum vom vergangenen Jahr. Die wirklichen Rosneft-Besitzer brauchen das aber, und zwar dringend, um ihren Rosneft-Besitz juristisch zu gestalten. Ihre Eile lässt sich auch mit dem jüngsten Interview des russischen Präsidenten mit indischen Journalisten erklären, in dem er erneut seine Weigerung bestätigte, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Eine Umwandlung der politischen Kontrolle über Rosneft in Privateigentum macht es für sie dringend notwendig, 100 Milliarden Dollar aus dem Staatseigentum auszuschließen und diesen Privatbesitz bis zum März 2008 zu legalisieren.“

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