23:57 24 Juni 2018
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    Keine Chemiewaffendepots auf der Trasse der russisch-deutschen Ostsee-Pipeline

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    ST. PETERSBURG, 24. Januar (RIA Novosti). Die geplante russisch-deutsche Ostsee-Pipeline wird die auf dem Meeresgrund ruhenden Chemiewaffen nicht berühren, versichert Sergej Serdjukow, technischer Direktor der Nordstream AG, die die Pipeline baut.

    „Wir haben vier große Expeditionen zur Untersuchung des Grundes der Ostsee durchgeführt und festgestellt, dass es in einer zwei Kilometer breiten Zone an der Pipeline-Trasse entlang keine Deponien von Chemiewaffen gibt“, sagte Serdjukow auf einer Konferenz in Sankt Petersburg, die den Umweltauswirkungen der Ostsee-Pipeline gewidmet war.

    Im einem Umkreis von zehn Kilometern von der Pipeline-Route gebe es auch keine versunkenen Schiffe, die mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg beladen sein können, sagte Serdjukow.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Siegermächte giftige Kampfstoffe in der Ostsee endgelagert. Obwohl es auf der Pipeline-Trasse keine großen Deponien gebe, könnten nicht explodierte Geschosse eine Gefahr darstellen, teilte Serdjukow mit. „Unsere Aufgabe besteht darin, alle solchen Geschosse an der Trasse zu finden und uns über ihre Unschädlichmachung zu einigen“, betonte er.

    Durch die Ostsee-Pipeline (auch Nordeuropäische Gasleitung genannt) soll Erdgas von Russland erstmals direkt - ohne Umweg über Transitländer - nach Westeuropa befördert werden. Die Pipeline mit einer Durchlasskapazität von 55 Milliarden Kubikmeter im Jahr soll vom russischen Ostseehafen Wyborg bei Sankt Petersburg bis nach Greifswald in Deutschland auf dem Grund der Ostsee gebaut werden. Die Bauarbeiten haben 2005 begonnen. Der erste Strang soll bis Juli 2010 fertig gestellt werden. Drei Jahre später soll die Pipeline die volle Leistung erreichen.