01:39 24 Februar 2018
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    Pipeline in Plan: Europa kämpft verzweifelt gegen Abhängigkeit von Gasprom - „Nesawissimaja Gaseta“

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Griechenland und Italien haben den Bau einer Unterwasser-Pipeline vereinbart, die den Transportweg für Gas nach Europa erweitern würde. Allerdings wird das neue Rohr Europas Energieabhängigkeit von Russland nur wenig verringern - wenn überhaupt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Mit der neuen Route soll Gas aus Aserbaidschan, Nahost und Nordafrika über die Türkei und Griechenland nach Italien gelangen. Die eine Milliarde Euro teure Pipeline wird damit zu einem der insgesamt fünf wichtigen Gastransportwege in Europa. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass Gas, das auf diesem Weg befördert wird, im Endeffekt aus Russland stammen wird. Auch die Jahresleistung von 11,5 Milliarden Kubikmeter ist viel zu gering, um den europäischen Gasmarkt radikal umzugestalten.

    Nach Ansicht von Alexander Rasuwajew, Leiter der analytischen Abteilung der Gesellschaft Megatrustoil, kann das Projekt nicht als ein Gegengewicht zu Gasprom verwirklicht werden. „In erster Linie hat Europa weiterhin russische Rohstoffe im Sinn“, meint der Experte. „Außerdem sind die Europäer eher um den ukrainischen Pipeline-Abschnitt besorgt, der ziemlich verschlissen und für Schäden anfällig ist, als darum, die Abhängigkeit von Russland reell zu verringern.“

    Valeri Nesterow, Analyst der Investmentgesellschaft Troika Dialog, verweist ebenfalls auf die geringe Leistung der geplanten Pipeline und stellt fest: „Im vergangenen Jahr hat Russland mehr als 150 Milliarden Kubikmeter nach Europa geliefert.“ Beim neuen Projekt handle es sich eigentlich um ein recht altes Projekt, dessen Sinn darin besteht, die südkaukasische Gaspipeline aus Aserbaidschan (Vorkommen Schach-Denis) bis zur Türkei (Erzerum) zu führen. Dies könnte zwar als ein erster Schritt zur Diversifizierung der Brennstofflieferungen an die EU-Länder betrachtet werden, in Wirklichkeit ändere aber das Projekt so gut wie nichts.

    „Der Kampf um eine Verringerung der Abhängigkeit Europas von den Gasprom-Lieferungen ist zwar weiter im Gange, in der nächsten Zukunft wird er aber kaum etwas bringen“, so der Analyst.