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    Putin über hohes Wachstum und Schwachstellen der russischen Wirtschaft (Zusammenfassung)

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Auf seiner traditionellen Jahrespressekonferenz hat der russische Staatspräsident Wladimir Putin am Donnerstag von Investitionsrekorden, BIP-Wachstum und sinkender Inflation gesprochen.

    Der gesamte Börsenwert der russischen Unternehmen sei im vergangenen Jahr auf knapp eine Billion US-Dollar gewachsen, teilte Putin mit. Gemessen an dieser Kennzahl gehöre Russland nunmehr zu den zehn führenden Staaten der Welt. Das zeuge von einem kräftigen Wirtschaftswachstum, sagte der Präsident. „Das ist aber erst der Anfang.“

    Das vergangene Jahr habe im Zeichen der russischen Börsengänge gestanden, stellte Putin fest. 2006 haben russische Unternehmen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß einheimische und internationale Börsen gestürmt.

    Die Investitionen in das Grundkapital haben 2006 mit einem Anteil von 13,2 Prozent einen Rekord verbucht, äußerte der Staatschef. Auch der Zufluss von ausländischem Privatkapital nach Russland habe im vergangenen Jahr mit 41 Milliarden US-Dollar eine einmalige Spitze erreicht. 31 Milliarden Dollar davon entfielen auf private Direktinvestitionen, sagte Putin.

    In den Vorjahren hingegen sei eine Kapitalabwanderung in Höhe von 15 bis 25 Milliarden Dollar im Jahr registriert worden, stellte Putin fest.

    Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) habe im vorigen Jahr laut vorläufigen Schätzungen 6,7 bis 6,9 Prozent betragen, teilte Putin mit. „Die Wirtschaft des Landes entwickelte sich weiterhin in einem schnellen Tempo“, sagte Putin. Obwohl genaue Angaben zum BIP-Wachstum erst im März vorliegen, sei schon jetzt klar, dass das Bruttoinlandsprodukt schneller als 2005 gewachsen sei. Damals habe die Wachstumsrate 6,5 Prozent betragen.

    Die Inflationsrate konnte 2006 erstmals unter neun Prozent gedrückt werden. 1999 betrug die Inflation noch 36,5 Prozent. „In den nächsten Jahren werden wir die Inflation weiter nach unten drücken“, sagte Putin. Bis 2010 soll sie auf 4 bis 5 Prozent sinken.

    Die sinkende Inflation und das weitere Wirtschaftswachstum müssten die Hypothekarkredite erschwinglicher machen, urteilte der Staatschef. Angesichts der boomenden Bauindustrie falle dies besonders schwer ins Gewicht.

    Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum im Bausektor 15,7 Prozent, 2005 waren es lediglich 6,7 Prozent, stellte der Staatspräsident fest. Dennoch habe Russland hinsichtlich des Wohnungsbaus lediglich 82 Prozent des Standes von 1990 erreicht.

    Neben den positiven Wandlungen gebe es immer noch Schwachstellen, stellte Putin fest. Hierzu zählen sowohl die überholte Produktionsbasis als auch die nur langsam wachsende Arbeitsproduktivität.

    Russland müsste die derzeit günstige Auslandskonjunktur nutzen, um diese Schwachstellen schnell zu beseitigen, sagte der Präsident.

    Im vergangenen Jahr sei die Arbeitsproduktivität um lediglich 5,5 Prozent gewachsen und habe somit nur die Hälfte des Solls erreicht, stellte er fest. Ohne eine Modernisierung der Produktionsbasis lasse sich die Arbeitsproduktivität jedoch nicht steigern. Deshalb habe die Regierung bereits eine Reihe von Entscheidungen zur Korrektur des Steuer- und Zollrechts sowie anderer Regelungen getroffen, um die Produktionskapazitäten zu erneuern.

    Im Großen und Ganzen war das vergangene Jahr vom Übergang von einer Politik der Stabilisierung zu einer der Entwicklung gekennzeichnet, sagte der russische Präsident weiter.

    „Die Sonderwirtschaftszonen, die Investitions- und Venture-Fonds sowie andere Formen der Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft wurden effektiv eingesetzt. Es wurde mit der Umsetzung von regionalen Entwicklungsprogrammen und Investitionen in einem Umfang begonnen, von dem wir früher nicht einmal geträumt hatten,“, sagte der russische Präsident.

    Es sei sehr wichtig, dass die russische Regierung Entwicklungsprogramme für Energiewirtschaft, Transportwesen und Luftfahrt angenommen habe, sagte Putin. Zwar sei die Regierung ein Programm für den Schiffbau nach wie vor schuldig, doch dafür sei aber bereits beschlossen worden, „die Rüstungsindustrie und die wissenschaftliche und technologische Basis - also die Wirtschaftszweige des Landes, von denen die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Unternehmen abhängt, - zu entwickeln“, sagte Putin.

    Rückblickend auf seine bereits sieben Jahre währende Amtszeit bezeichnete Putin die Stärkung der Wirtschaft als eine seiner wichtigsten Errungenschaften. „In diesen Jahren ist es uns gelungen, hohe Wachstumsraten zu erzielen, den Schwerpunkt auf die Diversifizierung der Wirtschaft und auf die Lösung von sozialen Problemen zu verlegen.“