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    Russischer Markt schloss behauptet - Wieder gestiegene Ölpreise stützen

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Der russische Aktienmarkt hat sich behauptet ins Wochenende verabschiedet.

    Experten verwiesen auf einen gemäßigten Anstieg bei den meisten Schwergewichten am Freitag. Allerdings landeten einige Werte in der Verlustzone.

    Der russische Leitindex RTS notierte nach aktivem Geschäft mit plus 0,13 Prozent bei 1896,62 Punkten. Der Umsatz im klassischen RTS-Handel schrumpfte auf 62,130 Millionen US-Dollar. Spitzenreiter bei steigenden Kursen waren Papiere des Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel, die zum Börsenschluss 2,0 Prozent auf 178,5 Dollar gewannen. Werte des Stromversorgers EES Rossii (RAO UES) gingen gut behauptet mit plus 0,25 Prozent bei 1,187 Dollar vom Markt. Titel des Gasförderers Gasprom verzeichneten einen leichten Aufschlag von 0,18 Prozent auf 10,9 Dollar. Aktien des Ölkonzerns LUKoil stiegen um 0,37 Prozent auf 81,2 Dollar. Werte der staatlich geführten Ölfirma Rosneft zogen um 0,44 Prozent auf 9,07 Dollar an.

    Dagegen wurden Titel der Sparbank Sberbank von Berichten über die bevorstehende Platzierung von Neuaktien ins Minus gedrückt. Das Papier schloss 0,43 Prozent leichter bei 3450,0 Dollar. Werte des insolventen Ölkonzerns Yukos, die sich in letzter Zeit durch eine extrem hohe Volatilität auszeichnen, sackten um 7,81 Prozent auf 0,59 Dollar ab.

    Der MICEX-Index gab um 0,09 Prozent auf 1701,26 Punkte nach.

    "Investoren fühlen sich sicher, weil die wichtigsten internationalen Märkte eine positive Dynamik aufweisen und sich die Ölpreise auf einem verhältnismäßig hohen Niveau stabilisiert haben", sagte Jekaterina Degtjarjowa von der Absolut Bank.

    Der Leitindex profitierte nach Ansicht von Wadim Sujew vom Investitionshaus Russische Finanztraditionen hauptsächlich an hohen Notierungen der Papiere des größten russischen Stromversorgers EES Rossii. "Einen positiven Beitrag leisteten auch einige Ölpapiere und Aktien des Gasversorgers Gazprom." Zu einem destabilisierenden Faktor zählte der Analyst eine hohe Volatilität der Sberbank-Werte, die am Freitag eine Preisspanne von etwa 14 Prozent aufwies. "Unvorsichtige Erklärungen über den Modus für die Bildung des Einstiegspreises für die Platzierung von Neuaktien lösten panikartige Verkäufe aus", sagte Sujew.

    "Später wurden die Berichte von Sberbank-Chef Andrej Kasmin dementiert, der erklärte, dass Angaben über den Einstiegspreis von 68 000 Rubel nicht der Wirklichkeit entsprechen. Trotzdem konnten Sberbank ihre Verluste zum Börsenschluss nicht wettmachen", so der Analyst.

    "Die vergangene Börsenwoche war für den russischen Markt im Großen und Ganzen erfolgreich", sagte Olga Wesselowa von der Bank Moskaus. Experten gehen davon aus, dass es in der kommenden Woche keinen stürmischen Anstieg geben wird. Allerdings werde der Aufwärtstrend doch noch dominieren. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Spekulanten Versuche unternehmen werden, das Allzeithoch beim RTS-Index (1927,74 Punkte) zu erreichen.

    "Aber ohne kräftige Aktien im Ölsektor wird es kaum möglich sein, diese Hürde zu nehmen", meinte Andrej Wernikow von Aton-Line.

    "Wenn die Ölpreise in nächster Zeit auf über 60 Dollar je Barrel klettern, wird der RTS-Index reale Chancen haben, die Planke von 2000 Punkten zu nehmen", sagte Oleg Schagow von der PromSvyazBank.

    Dagegen meinte Wladimir Detinitsch vom Investitionshaus OLMA, dass sich der RTS-Index um die Marke von 1930 Punkten stabilisieren könnte. Noch skeptischer ist Sergej Karychalin vom Investitionshaus Capital gesinnt: "Das jüngste Wachstum ist nur dem spürbar teurer gewordenen Öl zu verdanken. Aber es fehlt immer noch an eigentlichen Investitionsideen. Wir würden den Anlegern empfehlen, äußerst vorsichtig zu sein, weil ein beliebiger spürbarer Ölpreisverfall fast unweigerlich die Aktivität der Verkäufer steigern wird", sagte der Analyst.

    Experten von Aton-Line glauben daran, dass sich die Ölpreise in der kommenden Woche um 57 Dollar je Barrel stabilisieren werden. "Die weitere Dynamik der Ölpreise wird von Angaben über Treibstoffvorräte in den USA abhängen. Nicht ausgeschlossen ist, dass eine spürbare Senkung der Vorräte an hellen Ölprodukten gemeldet wird, was sich positiv auf den Ölmarkt auswirken wird", hieß es.

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