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    Spaniens Wirtschaft hat den russischen Markt für sich wieder neu entdeckt

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    MADRID, 08. Februar (RIA Novosti). Die spanischen Geschäftsleute, die sich in den 90er Jahren tief enttäuscht vom russischen Markt abgewendet hatten, haben neuen Mut gefasst und wollen sich wieder in den verschiedensten Bereichen engagieren, erklärte der in Russland bekannte Unternehmer Hector Morell.

    „Ich sehe, wie Tag für Tag mehr meiner Kollegen aus der Wirtschaft nach Russland reisen, um die verlorene Zeit aufzuholen und der russischen Seite unsere Technologien, Industriewaren und Agrarprodukte anzubieten“, sagte Morell am Donnerstag in einem Interview für RIA Novosti.

    Der Altmeister der spanisch-russischen Geschäftskontakte und frühere Vorsitzende der Handelskammer von Andalusien in Südspanien sowie heutige Ehrenkonsul der Russischen Föderation in Sevilla gehört zu den gefragten Autoritäten, was den Handel mit Russland betrifft.

    In dem Interview aus Anlass des 30. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Russland und Spanien am 9. Februar unterstrich Morell: „In spanischen Geschäftskreisen stoßen die positiven Umwälzungen in Russland auf ein gewaltiges Interesse.“

    „Wir wissen sehr gut, dass Russland in den letzten Jahren seine Finanzen sanieren konnte, die Auslandsschulden abgebaut und beachtliche Währungsreserven angelegt hat. Russland ist zu einem zuverlässigen und potenten Partner aufgestiegen“, sagte der Gesprächspartner der RIA Novosti.

    „Das heutige Interesse der Spanier an Russland kann nur schwerlich überbewertet werden. Allein in den letzten Tagen haben mich ein Dutzend unserer Großproduzenten mit der Bitte um Rat in Sachen Anbahnung von Handelskontakten an mich gewandt. Sie wollen den Russen ihre Aufzüge, ihre Landwirtschaftstechnik, Oliven und Olivenöl und noch mehr anbieten.“

    Morell rief aber auch in Erinnerung, dass die Geschäftsbeziehungen der letzten Jahrzehnte Höhen und Tiefen gekannt haben. „Unsere konservativen Banken und das mitunter auch sehr schwerfällige Industriekapital haben dem Ausbau der Beziehungen mit der UdSSR immer künstlich Steine in den Weg gelegt, so dass das Niveau über viele Jahre auf einem Tiefststand war“, bedauerte der Unternehmer.

    Er erinnert sich aber auch, dass „nur spanische Großlieferanten mit der sowjetischen Staatswirtschaft zu Rande kamen, weil die Staatsaufträge von riesigem Volumen waren. Der Mittelstand, der in Spanien dominiert, hatte auf dem dortigen Markt nichts verloren.“

    „Beispielsweise mussten beim Handel mit Korken, mit dem ich seinerzeit befasst war, mit einem Schlag Liefermengen für 20 Millionen US-Dollar abgefertigt werden“, berichtete er.

    Nach den Umwälzungen zu Beginn der 90er Jahre zog es Hunderte spanischer Geschäftsleute auf den russischen Markt, doch „die Zeiten waren sehr schwierig für uns. Viele Spanier konnten sich nicht behaupten und zogen enttäuscht wieder vom russischen Markt ab.“

    „Jetzt haben die Zeiten sich geändert. Langsam erwacht sogar bei den konservativsten Banken allmählich das Interesse an Russland. Sie beginnen Großaufträge zu kreditieren, was wohl sehr anschaulich belegt, wie das Interesse an Geschäften mit Russland bei uns anwächst“, unterstrich Morell.

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