04:18 25 September 2017
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    Trotz Verstaatlichung in Bolivien: Gasprom steigt in Energieprojekte ein - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 26. Februar (RIA Novosti). Der russische Konzern Gasprom plant, seine Aktivitäten nach Bolivien auszuweiten.

    Er will bei der Erschließung von Bodenschätzen in dem Land, dessen Regierung Kurs auf eine Verstaatlichung der Öl- und Gasbranche genommen hat, zusammen mit dem dortigen Staatsunternehmen Yacimientos Petroliferos Fiscales Bolivianos (YPFB) arbeiten, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Das am 21. Februar unterzeichnete Memorandum über Einvernehmen sieht u. a. eine Erkundung und einen Abbau von Öl- und Gasvorkommen bzw. eine Beteiligung an Infrastrukturprojekten, einschließlich der Produktion von verflüssigtem Erdgas, vor.

    Zugleich erklärte eine YPFB-Sprecherin gegenüber der Zeitung, konkrete Projekte seien vorerst nicht behandelt worden.

    Boliviens Präsident Evo Morales unterzeichnete im vergangenen Jahr ein Dekret, laut dem YPFB 50 Prozent plus eine Aktie in sechs örtlichen Öl- und Gasunternehmen bekommen soll. Bisher wurden diese völlig beziehungsweise teilweise von British Petrol, Petrobras (Brasilien), Repsol (Spanien) sowie von lokalen Investoren und Rentenfonds kontrolliert, die seit Anfang der 90er Jahre rund vier Milliarden Dollar in den Öl- und Gassektor investiert hatten. Vor kurzem kündigte Morales auch die Verstaatlichung einer Zinnfabrik an, die der Schweizer Firma Glencore gehört.

    Wie Stanislaw Zygankow, Chef des Gasprom-Abteilung für wirtschaftliche Auslandsaktivitäten, erklärte, hat der russische Monopolist keine Angst vor diesen Aktivitäten in Bolivien. Gasprom unterstütze die Schritte von Morales zur Verstärkung der Kontrolle über die Naturressourcen des Landes, betonte er.

    Wie Valeri Nesterow vom Investmentunternehmen Troika Dialog feststellte, will Gasprom zum „Global Player“ auf dem Energiegebiet aufsteigen. Der Konzern zeigt Interesse für den Bau einer südamerikanischen Gaspipeline, die Venezuela, Brasilien und Argentinien verbinden würde. Diesem Pipeline-Projekt könnte sich auch Bolivien anschließen.

    Bolivien liegt mit zwei Billionen Kubikmetern an dritter Stelle in Lateinamerika hinter Venezuela sowie Trinidad und Tobago bei den Gasvorräten. Die Ölvorräte betragen rund 450 Millionen Barrel. 2005 wurden dort 39,64 Millionen Kubikmeter Gas und 50 000 Barrel Öl gefördert.