03:36 24 September 2017
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    Finanzierungsprobleme: Bau der Pazifik-Ölpipeline gerät in Stocken - „Wremja Nowostej“

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    MOSKAU, 26. Februar (RIA Novosti). Der Bau des zweiten Strangs der Ölpipeline von Ostsibirien bis zur Pazifikküste wird voraussichtlich auf eine unbestimmte Zeit verschoben. Bei ihrem Japan-Besuch in dieser Woche sollen Premier Michail Fradkow und der Minister für Industrie und Energiewirtschaft, Viktor Christenko, versuchen, neue und einträglichere Quellen für die Finanzierung des Projekts zu finden, berichtet die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Montag.

    In der Hoffnung, Zugang zum russischen Erdöl zu bekommen, bemüht sich Japan seit 2000, Moskau zum Bau einer Pipeline aus Ostsibirien bis zum Stillen Ozean zu bewegen. 2002 bot Tokio ein Kredit von fünf Milliarden Dollar an, um dieses Projekt umfassend zu finanzieren. Eine Antwort darauf blieb dennoch aus: Parallel wurde der Bau einer Rohrfernleitung nach China diskutiert. 2003 wurde dann von der Regierung eine Kompromisslösung gefunden: Die Pipeline sollte zwar bis zur Pazifikküste, aber mit einer Abzweigung nach Daqin in China gebaut werden.

    Wie Christenko mitteilte, wird eine Entscheidung über den Bau der zweiten Abschnitts der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline erst nach einer Bestätigung von vorhandenen Rohstoffvorräten in Ostsibirien getroffen. Nach Angaben des Ministeriums für Naturnutzung könnten die notwendigen Vorräte frühestens 2011 oder 2012 bestätigt werden.

    Russlands Behörden stellen bereits seit geraumer Zeit fest, dass die ostsibirischen Vorräte beim jetzigen Tempo der Erkundungsarbeiten eine Pipeline-Auslastung von maximal 30 Millionen Tonnen im Jahr ermöglichen könnten.

    Außerdem ist bereits jetzt eine beachtliche Verteuerung des Projekts zu verzeichnen. Nach Angaben des staatlichen Unternehmens Transneft würde der Bau des ersten Pipeline-Abschnitts etwa 13,2 Milliarden Dollar kosten. Kalkulationen für den zweiten Bauabschnitt liegen vorerst nicht vor. Dabei war das gesamte Ostsibirien-Pazifik-Projekt erst vor zwei Jahren auf 11,5 Milliarden Dollar geschätzt worden, von denen 6,6 Milliarden auf den ersten Abschnitt entfielen.