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    Gut für Gasprom - Kasachstan verzichtet auf Transkaspi-Pipeline - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 29. März (RIA Novosti). Kasachstan hat vorerst auf den Bau einer Transkaspi-Gaspipeline verzichtet, berichtet die Tageszeitung „Wedomosti“ am Donnerstag. Wie Experten betonen, ist das vor allem eine gute Nachricht für den russischen Konzern Gasprom.

    Wie Kasachstans Premier Marat Taschin erklärte, ist die Zweckmäßigkeit des Projekts nicht nachgewiesen. Diese Erklärung gab er markanterweise nach seinem Treffen mit dem EU-Beauftragten für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, der EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner sowie den Außenministern Deutschlands, Usbekistans, Tadschikistans, Kirgisiens und Turkmenistans ab.

    Die Idee der Transkaspi-Pipeline war 1996 von den USA unterbreitet worden. Geplant war die Verlegung einer Gasfernleitung mit einer Jahresleistung von 30 Milliarden Kubikmeter auf dem Grund des Kaspisees. Das Gas sollte dann durch die 2006 in Betrieb genommene Pipeline Baku - Tiflis - Erzerum und über die Pipeline Nabucco (soll bis 2010 fertiggestellt werden) nach Europa fließen. Damit würden die Lieferungen an den europäischen Markt unter Umgehung Russlands erfolgen, womit die Gasprom-Positionen auf dem EU-Markt geschwächt würden.

    Im Konzern Gasprom wollte man den Beschluss Kasachstans nicht kommentieren. Wie aber Valeri Nesterow, Analyst des Investmentunternehmens Troika Dialog, feststellt, sei ein Verzicht der Länder Zentralasiens auf dieses Projekt für den russischen Gasmonopolisten von Vorteil. Die Gaslieferungen, die über die Alternativroute fließen sollten, würden zwar höchstens 20 Prozent der gegenwärtigen Gasprom-Lieferungen ausmachen, für den russischen Konzern ist es aber einträglicher, das Gas aus Zentralasien für die Inlandsabnehmer zu verwenden.

    Nach Meinung von Dmitri Alexandrow vom Russischen Institut für strategische Studien, will Kasachstan damit einen Streit mit Moskau vermeiden. Umso mehr, als Russland den Bau blockieren könnte, weil die Aufteilung des Kaspi-Meeresgrunds noch nicht abgeschlossen ist.

    Zugleich schließt Alexandrow nicht aus, dass Kasachstan seinen Beschluss schon bald revidieren könnte. Auch Nesterow betont, dass das Projekt noch lange nicht begraben ist. Die Pipeline könnte etwa in Turkmenistan beginnen - dieses Land produziert mehr Gas.

    Kasachstan ist aber weniger als Turkmenistan am Pipeline-Bau interessiert. In den nächsten zehn Jahren wird die Gasförderung in Kasachstan voraussichtlich um 20 Milliarden Kubikmeter steigen, und es würde größere Mengen an Russland und China liefern. Außerdem wird sich das kostspielige Projekt nicht allzu bald rentieren.

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