01:11 11 Dezember 2017
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    US-Außenamt attackiert Gasprom - „Gaseta“

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    MOSKAU, 19. April (RIA Novosti). Beunruhigt über die Expansionspolitik des Konzerns Gasprom in Europa, hat Washington jetzt den russischen Gasmonopolisten scharf angegriffen.

    Matthew Bryza, stellvertretender Berater des für Europa und Eurasien zuständigen US-Vizeaußenministers, hegt Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns, einen reibungslosen Gasexport in den nächsten Jahren zu gewährleisten, schreibt die Tageszeitung „Gaseta“ am Donnerstag.

    Nach Ansicht des Diplomaten konzentriert sich das Unternehmen auf den Erwerb von Teilen der europäischen Gasinfrastruktur und nicht auf Investitionen, die die Zuverlässigkeit des russischen Gasexports sichern sollten.

    Gasprom-Vertreter verweigerten vorerst jede Stellungnahme zu diesen Äußerungen, während unabhängige russische Experten der Einschätzung des US-Beamten teilweise zustimmten.

    Nach Ansicht von Wladimir Milow, Präsident des Instituts für Energiepolitik, „gibt es bereits jetzt ernsthafte Probleme im Basisbereich der Gasprom-Aktivitäten.“ Nach Schätzungen des Instituts hat Gasprom in den Jahren 2003 bis 2005 rund 18 Milliarden Dollar für Aktiva ausgegeben, die nicht mit der Gasförderung verbunden sind. Das ist mehr als alle Investitionen der Holding in die Entwicklung der Gasbranche seit Jahrzehnten. So gut wie nichts sei beispielsweise in die Beseitigung von Engpässen im Gastransportsystem investiert worden.

    „Die Gasförderung weist eine absolute Stagnation auf“, betont Milow. „Die Expertengemeinschaft hat bereits mehrmals ihre Besorgnis geäußert, dass diese Stagnation demnächst zu einem stürmischen Absturz führen kann.“

    In den kommenden zehn Jahren wird die Gasförderung auf den größten Vorkommen des Konzerns auf 150 Milliarden Kubikmeter im Jahr zurückgehen. „Die Inbetriebnahme neuer großer Lagerstätten würde lediglich die Möglichkeit bieten, den Ausfall der Förderung auf den heutigen Abschnitten kompensieren.“

    Im vergangenen Jahr lieferte Gasprom-Tochter Gasexport rund 140 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa - das sind rund 26 Prozent des gesamten europäischen Verbrauchs und rund 40 Prozent des gesamten Imports.