20:43 17 Dezember 2017
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    Kasachstan lehnt Zollunion der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft ab - „Kommersant“

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    MOSKAU, 19. April (RIA Novosti). Bei einer Sitzung des zwischenstaatlichen Rates der Regierungschefs der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft in der kasachischen Hauptstadt Astana ist Russlands Premier Michail Fradkow nicht nur von Weißrussland, sondern auch von Kasachstan kritisiert worden. Premier Karim Massimow hat Weißrusslands Forderung unterstützt, die Energiepolitik der Mitgliedsländer abzustimmen.

    Außerdem schlug er vor, die Gründung einer Zollunion der Gemeinschaftsländer bis zur Aufnahme aller Mitglieder in die WTO zu verschieben, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag. Damit hat Kasachstan das einzige größere Projekt der Gemeinschaft faktisch begraben, an dem Russland seit mehr als einem Jahr gearbeitet hat.

    Der Eurasischen Wirtschaftsunion gehören heute Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien, Russland, Tadschikistan und Usbekistan an.

    Während Russland und Kasachstan gewisse Chancen haben, 2008 der Welthandelsorganisation beizutreten, so liegen Weißrusslands Chancen „unter Null“, so das Blatt.

    Nach Angaben der Zeitung hatte Kasachstan damit offenbar auf die Probleme mit Russland bei den Verhandlungen über die neuen Transitregelungen für das kasachische Öl über die Pipelines des russischen Staatsunternehmens Transneft nach Europa reagiert.

    Vor zwei Wochen hatte Karim Massimow in Astana gleichzeitig mit Fradkow und dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski verhandelt. Der polnische Präsident bot dem kasachischen Premier eine Beteiligung an der Fertigstellung der Ölpipeline Odessa-Brody-Plock an. Kasachstan zeigte allerdings kein offensichtliches Interesse dafür in Erwartung, von Russland etwas im Gegenzug zu bekommen. Dennoch bekam Kasachstan von Fradkow keine Offerten zu hören.

    Die Verhandlungen über die Zollunion werden zwar im Mai fortgesetzt, Chancen auf eine Gründung werden aber immer geringer: Neben Weißrussland ist nun auch Kasachstan zu einem Opponenten Russlands in dieser Frage geworden.

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