15:52 18 Dezember 2017
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    Megaprojekt: Tunnel von Tschukotka nach Alaska - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 19. April (RIA Novosti). Die Teilnehmer der Konferenz „Megaprojekte in Ostrussland“ werden kommende Woche einen Appell an die Regierungen Russlands, der USA und Kanadas richten, den Bau eines Tunnels unter der Beringstraße zu unterstützen, berichtet die Tageszeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Der französische Ingenieur Loic de Laubel hatte der russischen Regierung bereits 1905 ein Projekt über den Bau eines solchen Tunnels angeboten. Damals wurde allerdings nichts daraus. Nun befasst sich der Rat für Produktionskräftestudien im russischen Wirtschaftsministerium und bei der Russischen Wissenschaftsakademie damit.

    Der Bau eines 100 Kilometer langen Tunnels zwischen beiden Kontinenten soll 15 bis 20 Jahre in Anspruch nehmen. Die Rückflussdauer soll laut Schätzungen der Projekturheber 30 Jahre nach dem Erreichen eines Güterumsatzes von 70 Millionen Tonnen im Jahr betragen. Dieser Umfang ist mit dem vom Panama- und vom Suezkanal vergleichbar. Die Gesamtinvestitionen werden auf 65 Milliarden Dollar geschätzt.

    Auf den neuen Weg könnten bis zu drei Prozent des globalen Frachtverkehrs entfallen. Der Tunnel ist laut Projektvorhaben Teil einer 6 000 Kilometer langen transkontinentalen Bahnstrecke Eurasien - Amerika.

    Die Straße soll außerdem Zugang zu den Wasserenergieressourcen des Fernen Ostens und des Nordwestens der USA eröffnen und die Möglichkeit bieten, die Energiesysteme beider Länder miteinander zu verbinden.

    Nach Ansicht von Bulat Stoljarow, Direktor des Instituts für russische Regionalpolitik, wird in absehbarer Zeit niemand ein solches Projekt in Angriff nehmen. Die jetzigen Investmentprojekte, die vom Staat unterstützt werden, setzen voraus, dass die Infrastruktur für zehn bis 15 Industrieobjekte aufgebaut wird. In diesem Fall besteht zumindest für die nächste Zeit kein ausreichendes Geschäftsinteresse.

    Iwan Schazkich, Generaldirektor von UPS RUS, bewertete die Nachricht, der Güterumschlag über die Beringstraße könnte genauso groß wie der über den Suezkanal sein, als einen Aprilscherz.

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