03:25 20 Juli 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Nach Litauen führende Abzweigung der "Freundschaft"-Ölpipeline komplett verschlissen

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 24. April (RIA Novosti). Die in die Baltenrepublik Litauen führende Abzweigung der "Freundschaft"-Ölpipeline ist komplett verschlissen und darf nicht betrieben werden.

    Zu diesem Schluss gelangten Experten der technischen Aufsichtsbehörde Russlands, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Dienstag. Fachleute des Pipelinebetreibers Transneft erklärten sich bereit, eine neue Leitung zu verlegen, was aber von mehreren Experten vorerst nicht empfohlen wird.

    Im Sommer vergangenen Jahres waren aus der geplatzten Leitung erhebliche Ölmengen ausgelaufen. Daraufhin ordnete die zuständige Kommission der russischen Umweltaufsichtsbehörde an, den Druck in zwei Strängen der "Freundschaft"-Pipeline um 80 Prozent zu reduzieren, wodurch die Jahresleistung der Röhre um zwölf Millionen Tonnen zurückging. Es handelt sich exakt um eine Menge, die Litauen jedes Jahr abgenommen hat. Die restlichen 19 Millionen Tonnen landen komplett in Weißrussland. Nach dem Unfall musste Rohöl mit Tankschiffen nach Litauen transportiert werden.

    Am Vortag hatte die technische Aufsichtsbehörde mitgeteilt, dass die von ihr beauftragte Expertenorganisation WNIIST die Pipeline komplett inspiziert habe. Dabei wuren 7853 Mängel registriert. Die gelegten Röhren wiesen an 96,6 Prozent des Stranges Unetscha - Polozk-1 und an 94,8 Prozent des Stranges Unetscha - Polozk-2 nicht die erforderliche Wandstärke auf. Die betroffenen Röhren müssten nach Worten eines Experten durch neue ersetzt werden.

    Transneft-Vizepräsident Sergej Grigorjew konnte die Reparaturtermine nicht nennen, versprach nur, dass die Pipeline modernisiert wird.

    Analyst Valeri Nesterow vom Investmenthaus Troika Dialog schätzte die Reparaturkosten auf mindestens 600 Millionen Dollar und zog die Absicht von Transneft, die Pipeline zu reparieren, in Zweifel. "Immer mehr Anhänger gewinnt jetzt die Variante, die 'weißrussische' Röhre in Richtung Primorsk weiterzubauen. Unter diesen Bedingungen wird die Regierung die für die Erneuerung der 'Freundschaft'-Pipeline erforderliche hohe Summe kaum akzeptieren." Das wäre nach seiner Ansicht eine richtige Entscheidung, denn Russland habe wenig Vorteile nur von Öllieferungen via Pipeline nach Osteuropa. "Die Exportrouten sollen diversifiziert werden", betonte Nesterow.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren