18:08 16 Dezember 2018
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    Japan muss sich bei der Erschließung des russischen Marktes beeilen - „Kommersant“

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    MOSKAU, 03. April (RIA Novosti). Der beste Weg zur Regelung des Gebietsstreits um die Kurilen-Inseln in den Beziehungen zwischen Russland und Japan ist eine größtmögliche Erweiterung der Zusammenarbeit in allen Bereichen. Das heutige Niveau der bilateralen Zusammenarbeit kann nicht Entschärfung des Territorialstreits sichern.

    Diese Meinung äußert Dmitri Mesenzew, Vizevorsitzender des Föderationsrats (Russisches Parlamentsoberhaus) und Kovorsitzender des russisch-japanischen Forums, am Donnerstag in der Tageszeitung „Kommersant“.

    Die territoriale Angelegenheit ist für Japan auch deshalb vorrangig, weil Japan als zweitgrößte Wirtschaft der Welt und ein Self-made-Land der Nachkriegszeit Russland übermäßig vereinfacht wahrnimmt, führt der Experte weiter aus. Während des jüngsten Japan-Besuchs von Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow dankte ihm einer der größten Repräsentanten der japanischen Geschäftswelt „für Rohöl“. Für Japan ist Russland heute nämlich in erster Linie ein Lieferant fossiler Brennstoffe. Wir müssen aber beweisen, dass das heutige Russland ein zuverlässiger Partner bei vielen Fragen ist.

    Man zwingt uns ständig, uns zu rechtfertigen: Für das ungelöste Territorialproblem, für „Einschränkungen“ japanischer Unternehmer usw. Und nicht nur dafür, sondern für die „Unterdrückung“ der Presse und die „Redeunfreiheit“ sowie überhaupt für eine „mangelhafte“ Demokratie. Wir werden als nachlässige Lehrlinge betrachtet, die es immer noch nicht geschafft haben, das marktwirtschaftliche Modell der sozialen und der ökonomischen Gesellschaft zu beherrschen. Sollte diese Einstellung weiter bestehen, sollten die Dogmen der unilateralen Welt, des Desinteresses an Russland im internationalen System der Arbeitsteilung und dessen Positionierung als ein potentiellen Gegner fortgesetzt werden - wie kann man dann von der Praxis zivilisierter Beziehungen des 21. Jahrhunderts sprechen?

    Um mit Fradkows Worten zu sprechen: Heute besteht das Risiko nicht darin, dass man nach Russland kommt, sondern darin, dass man zu spät kommen kann. Hat man bei uns noch vor fünf oder sieben Jahren auf japanische Investitionen gewartet, so kann man heute bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte mit eigenen Finanzressourcen auskommen. Sollten die Japaner weiterhin mit einer umfassenden Zusammenarbeit mit Russland zögern, würden die Investitionen dennoch kommen, nämlich aus anderen Ländern, unter anderem aus dem Asiatisch-Pazifischen Raum, stellt der Experte fest.

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