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    Gasprom auf Expansionskurs in Großbritannien - "Kommersant"

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    MOSKAU, 03. Mai (RIA Novosti). Das Joint Venture von Wintershall und Gasprom, Wingas, kauft bei der norwegischen Industriegruppe Hydro 50 Prozent des britischen Gashändlers HydroWingas. Das ermöglicht es dem russischen Gasmonopolisten, die angestrebten zehn Prozent am britischen Gasmarkt schon demnächst zu überbieten, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Nach Ansicht von Branchenexperten stimmte Hydro einem Austritt aus HydroWingas zu, um Gasprom bei den Verhandlungen über ausländische Beteiligungen am Abbau des Stockmann-Gaskondensatvorkommens flexibler zu machen.

    Wie beide Seiten berichten, hatte Wingas den Deal initiiert, der allerdings noch von der Europäischen Kommission gebilligt werden muss. Der Geschäftsabschluss ist für den 1. Juni vorgesehen.

    Gasprom verweigerte eine ausführliche Stellungnahme zum Abkommen mit Hydro. Bestätigt wurden lediglich die Pläne, die Anteile am britischen Gasmarkt bis 2015 auf zehn Prozent zu vergrößern. Dabei kontrollierte der russische Gasmonopolist laut internen Zahlen bereits im vergangenen Jahr neun Prozent des britischen Marktes. Um nun auf zehn Prozent zu kommen, muss Gasprom lediglich seine Wingas-Anteile von 35 auf 50 Prozent erhöhen.

    Wie Alfa-Bank-Experte Konstantin Batunin feststellt, wird Hydro von diesem Geschäft nicht sonderlich profitieren. Das Unternehmen betrachtet diesen Deal als eine Art "Vorauszahlung", die ihm den Einstieg ins Stockmann-Projekt erleichtern soll. Das Stockmann-Vorkommen ist die größte Gaslagerstätte in der Barentssee. Im Februar nahm Gasprom seine Verhandlungen mit ausländischen Unternehmen über deren Beteiligung am Projekt wieder auf.

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