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    Ölförderer Rosneft ersteigert letzten großen Anteil aus Yukos-Konkursmasse

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    MOSKAU, 03. Mai (RIA Novosti). Der vom russischen Staat kontrollierte Ölkonzern Rosneft hat den letzten großen Anteil aus der Konkursmasse des zerschlagenen Konzerns Yukos ersteigert.

    Über die Tochter Neft-Aktiv erhielt Rosneft bei einer Auktion am Donnerstag in Moskau für 175,7 Milliarden Rubel (rund 5,0 Milliarden Euro) den Zuschlag. Zum Paket gehörten Vermögenswerte des einst größten russischen Ölkonzerns in Ostsibirien, darunter jeweils 100 Prozent der Aktien des Ölförderers Tomskneft, der Petrochemie-Gesellschaft Angarsk, der Ölraffinerie Atschinsk und des Polymerwerks Angarsk.

    Versteigert wurden insgesamt Yukos-Anteile an mehr als 20 diversen Betrieben. Es handelt sich unter anderem um 70,78 Prozent der Anteile an Wostsibneftegas, um 99,71 Prozent der Anteile am Unternehmen Angarsknefteprodukt und um 97,06 Prozent der Anteile am Projektierungsinstitut für Öl- und Gasbetriebe in Angarsk. Zum Paket gehörten ferner mehrere andere Forschungseinrichtungen, Stromunternehmen und Ölterminals.

    Zweiter Bieter war die Firma Unitex, die nach Ansicht von Marktexperten die Interessen des weltweit größten Gaskonzerns Gasprom vertreten hatte. Der Einstiegspreis für das Paket lag bei 166,34 Milliarden Rubel, das Mehrgebot betrug 260 Millionen Rubel.

    Nach dieser Übernahme dürfte Rosneft die jährliche Produktion um elf Millionen auf 96,5 Millionen Tonnen erhöhen. Analysten zufolge löst der Konzern damit den bisherigen russischen Marktführer LUKoil ab, dessen Ölgewinnung in diesem Jahr laut Prognose auf höchstens 95,5 Millionen Tonnen steigen soll.

    Am Vormittag waren bereits mehrere Yukos-Vermögenswerte in der Region Krasnodar im Süden Russlands versteigert worden - Ölförder- und Verarbeitungsbetriebe, Stromunternehmen, Absatzfirmen und Felder auf dem Festlandsockel des Schwarzen Meeres. Das Paket zu einem Startpreis von 3,172 Milliarden Rubel ging für 4,9 Milliarden Rubel an die Promregion-Holding. Inoffiziellen Angaben zufolge ist die Promregion-Holding an den bislang größten russischen Ölförderer LUKoil angeschlossen. LUKoil-Sprecher Dmitri Dolgow sagte aber in einem Interview mit RIA Novosti, dass beide Unternehmen nichts gemeinsam hätten.

    Der einst größte russische Ölförderer Yukos war am 1. August vergangenen Jahres für bankrott erklärt worden. Die Kreditschulden des Unternehmens belaufen sich auf knapp 700 Milliarden Rubel. Bislang konnten Vermögenswerte des Konzerns für 354 Milliarden Rubel versteigert werden. Zu den größten Gläubigern von Yukos zählen Rosneft und die föderale Steuerbehörde.

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