04:23 16 Dezember 2017
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    Rosenergoatom will nur erstes schwimmendes AKW ins Investitionsprogramm aufnehmen

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Novosti). Der russische AKW-Betreiber Rosenergoatom will nur den Bau des ersten schwimmenden atomaren Wärmekraftwerks (russ. Abk.: PATES) in sein Investitionsprogramm aufnehmen, die übrigen sollen als kommerzielle Unternehmen realisiert werden.

    Das teilte Sergej Kirijenko, Chef von Rosatom (Föderale Atomenergieehörde), Journalisten mit.

    Wie er sagte, hat in der jüngsten Regierungssitzung Wirtschaftsminister German Gref eine „sehr richtige Frage“ aufgeworfen: Weshalb Rosenergoatom die Investitionen für den Bau der PATES-Serie in das gerade im Bestätigungsstadium befindliche Investitionsprogramm aufgenommen habe, obwohl der erste Energieblock noch nicht gebaut sei.

    „German Gref und ich haben vereinbart, die Sache gemeinsam zusätzlich zu analysieren“, sagte Kirijenko. Seiner Meinung nach kann ein Pilotunternehmen tatsächlich nicht als rein kommerzielles Projekt realisiert werden, weil das große Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erfordert, insbesondere dafür, das Niveau der Urananreicherung in Übereinstimmung mit den IAEO-Normen auf weniger als 20 Prozent zu senken.

    „Wir halten das Herangehen für absolut richtig, dass im Investitionsprogramm, das der Regierung zur Bestätigung vorliegt, der erste Energieblock stehen kann, während der Serienbau kommerziell rentabel sein muss und dieses Projekt ohne Heranziehen von staatlichen Geldern zu realisieren ist“, sagte Kirijenko.

    „Ich bin überzeugt, das ist eine durchaus lösbare Aufgabe“, betonte er.

    Der Preis einer Kilowattstunde sei hierbei aufgrund nicht nur der Baukosten des Kraftwerkes zu berechnen, sondern auch ausgehend von seinem weiteren Betrieb.

    „Der kostspielige Bau wird durch den Betrieb kompensiert“, erläuterte Kirijenko.

    Er präzisierte, dass in den konventionellen Wärmekraftwerken der Preis der Energieressourcen am Preis einer Kilowattstunde 30 bis 35 Prozent ausmacht, während dieser Anteil an der Kilowattstunde eines PATES nur 4 bis 5 Prozent betrage.

    Wie Kirijenko weiter ausführte, schlage niemand vor, die funktionierenden Wärmekraftwerke, die mit Naturgas oder Kohle arbeiten, durch die PATES zu ersetzen. Vielmehr handelt es sich um den Einsatz solcher Kraftwerke im hohen Norden und in einzelnen Gebieten des Fernen Ostens, weil die Beförderung von Energieträgern dorthin sehr teuer und arbeitsaufwendig ist. „Wenn wir die Kosten des Transports der Energieträger zusammenzählen, wird klar, dass die schwimmenden Kraftwerke sich allmählich zu rentieren beginnen“, meinte Kirijenko.

    „Natürlich muss die Rentabilität eines Kraftwerks bei den heute geltenden Tarifen gewährleistet werden“, fügte er hinzu.