20:55 20 Juni 2018
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    Gasprom übt „Gas-OPEC“ in Russland - „Kommersant“

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    MOSKAU, 31. Mai (RIA Novosti). Der Konzern Gasprom und unabhängige Gasproduzenten haben eine proportionale Reduzierung der Gasförderung angesichts des jetzigen warmen Wetters beschlossen. Im Konzern wird dabei kein Hehl daraus gemacht, dass auf diese Weise Mechanismen der zukünftigen „Gas-OPEC“ auf dem Binnenmarkt trainiert werden, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Nach Ansicht von Analysten ist die beschlossene Verringerung nicht auf eine Manipulation der regulierten Preise gerichtet. Der Monopolist wolle auf diese Weise eher die Verluste infolge der Verringerung der Durchlasskapazität des Gastransportsystems auffangen.

    Gasprom hatte eine Herabsetzung der Jahresförderung von 561 auf 557 Milliarden Kubikmeter verkündet. Wie Wagit Alekperow, Chef der Ölgesellschaft Lukoil, mitteilte, würde die Reduzierung der Gasförderung durch die unabhängigen Produzenten höchstens acht Prozent des Jahresvolumens betragen. Die freiwilligen Begrenzungen würden bis zum dritten Quartal dieses Jahres dauern. An der Beratung, in der die freiwilligen Förderlimits beschlossen wurden, nahmen neben den Chefs von Gasprom und Lukoil auch Top-Manager der Unternehmen TNK-BP, Itera und Novatec teil.

    „Seinem Wesen nach entspricht das, was gestern geschehen ist, dem Begriff einer Gas-OPEC - eine Regulierung der Preise und der Fördermengen durch alle Produzenten“, meint Andrej Gromadin aus der MDM-Bank. „Bisher wurden die Preise und die Fördermengen auf dem Binnenmarkt von Gasprom einseitig geregelt.“

    Indes bezweifeln die Analysten die offizielle Begründung mit dem warmen Wetter. „Russlands Gasbilanz weist einen beträchtlichen Mangel auf, insbesondere angesichts der Gasprom-Pläne für eine Exportsteigerung“, so Konstantin Seljanin von der Investmentgesellschaft Akkord-Invest. Nach seiner Ansicht ist die Verringerung der Förderung auf technologische Ursachen zurückzuführen, konkret auf die geringere Durchlasskapazität des Gastransportsystems von Gasprom, unter anderem infolge der jüngsten Großhavarie in der Ukraine.

    „Gasprom ist einfach bemüht, seine Verluste auf die ‚ehemaligen unabhängigen’ Produzenten abzuwälzen, die zu einem bedeutenden Maße von Gasprom kontrolliert werden“, sagt er. „Hätte es kein ‚Kartell’ gegeben, hätte er die Förderung allein verringern müssen.“

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