14:00 21 Juli 2018
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    Mammon macht Moskau nicht attraktiver - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 14. Juni (RIA Novosti). Trotz seines finanziellen Wohlergehens schneidet Moskau in den meisten internationalen Vergleichen unterdurchschnittlich ab, stellt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Donnerstag fest.

    Laut einem vom Unternehmen MasterCard Worldwide entwickelten internationalen Handelszentren-Index belegte die russische Metropole den letzten 50. Platz. Auch auf den meisten anderen Listen liegt Moskau hinter seinen Konkurrenten.

    Ums Geld ist es in Moskau wirklich gut bestellt. Auf die Hauptstadt entfallen 20 Prozent des BIP Russlands. Die Moskauer stellen ein Fünftel der Einkommen aller russischen Bürger dar, während die Einwohnerzahl der Hauptstadt lediglich sieben Prozent der Landesbevölkerung ausmacht. Laut Berechnungen des Unternehmens Hay Group liegt Moskau auf Platz 3. in der Welt - hinter Istanbul und Bombay - bei der Kaufkraft der Löhne der Top-Manager.

    Moskau liegt an der Spitze der von der Firma Mercer HR Consulting zusammengestellten Liste der teuersten Städte. Laut einer anderen Liste (von The Economist Group) belegt Moskau zwar Platz 26, dafür den ersten Platz außerhalb des EU-Raums. Laut den im Mai veröffentlichten Kalkulationen der Unternehmen Knight Frank und Citi Private Bank liegt Moskau auf dem Platz 12 in der Welt bei den Preisen für Luxus-Wohnungen (an der Spitze liegt London).

    Das Geld macht aber Moskau nicht attraktiver. In der vom Magazin „Reader’s Didgest“ 2006 veröffentlichten Liste belegte Moskau einen der letzten Plätze in Bezug auf den höflichen Umgang. Laut einem Ranking von Global Market Insite vom Januar dieses Jahres lag Moskau auf Platz 48 von insgesamt 60 hinsichtlich der generellen Attraktivität für Ausländer und auf Platz 52 für Geschäftsleute sowie auf Platz 54 bezüglich der Entwicklung der Infrastruktur.

    Recht weit unten liegt auch die Bewertung der Lebensbedingungen in Moskau: im Ranking von Mercer HR Consulting belegte Moskau Platz 171 von 215.

    „Moskau kann zu einer Weltmetropole werden, genauso wie auch Russland zu einem Schlüsselspieler in jeder Branche werden kann“, so die Zeitung. „Eine lichte Zukunft ist allerdings möglich, wenn der Glaube an die Macht des Geldes durch den Glauben an den Menschen ersetzt wird und wenn parallel zum Finanzkapital auch das menschliche Kapital wachsen wird.“