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    Russland will neuen Energieblock mit Druckwasserreaktor bauen - „Rossijskaja Gaseta“

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    MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti). Russland hat auf dem Gelände des Atomkraftwerks Nowoworonesch am Mittwoch den symbolischen Grundstein für einen neuen Energieblock mit einem Druckwasserreaktor vom Typ WWER gelegt.

    "Es handelt sich um einen ersten Reaktorblock, der im Rahmen eines groß angelegten Programms zum Bau von Atomkraftwerken in Russland entsteht", sagte der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, Journalisten vor Ort. Zugleich sei es der erste Reaktorblock, den Russland nicht wie in den Atomkraftwerken Wolgodonsk und Kalinin nachbaut, sondern nach einem neuen Projekt von Null auf errichte, berichtete die Moskauer Tageszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Das föderale Zielprogramm "Entwicklung des Atomindustriekomplexes Russlands 2007 bis 2012 und in der Perspektive bis 2015" sieht vor, den Anteil von Atomstrom an der Energiebilanz des Landes um 50 bis 100 Prozent zu erhöhen. Die Aufgabe ist recht kompliziert, wenn man zugleich berücksichtigt, dass in der selben Zeit überholte Reaktoren ausgemustert werden sollen. Um die Kapazitäten zu erhalten und das angekündigte Wachstum zu erreichen, sollen bereits jetzt schon jedes Jahr zwei und nach 2015 jeweils drei bis vier neue Reaktoren gebaut werden.

    Die Situation im Atomkraftwerk Nowoworonesch liefert ein Musterbeispiel dafür. Zwei der fünf Energieanlagen mit Druckwasserreaktoren waren bereits 1988 bzw. 1990 gedrosselt worden. Seitdem warten sie auf ihr weiteres Schicksal: Wer, wann und mit welchen Mitteln sie außer Betrieb nehmen soll.

    Laut Programm sollen auf dem Gelände des Kraftwerks zwei neue Energiereaktoren mit einer Gesamtleistung von mehr als 2000 Megawatt gebaut werden. "Der 6. Block des AKW Nowoworonesch, für den wir den Grundstein gelegt haben, gehört noch nicht zur vierten Reaktorgeneration, aber ganz bestimmt zur Generation drei plus", sagte Kirijenko. Zugleich wurde die Betriebsdauer der Anlage von bislang 30 auf 50 Jahre erhöht. In dieser Zeit soll sich auch die Stromerzeugung beinahe verdoppeln. Normalerweise werden solche Reaktoren in sieben bis siebeneinhalb Jahren gebaut. Das föderale Programm sieht eine Frist von fünf Jahren vor. "Wenn wir auf dem Weltmarkt konkurrieren wollen (und das Projekt AKW-2006 trägt allen Anforderungen des Marktes Rechnung), muss die Bauzeit auf vier Jahre und in der Zukunft sogar auf drei Jahre verkürzt werden", sagte der Rosatom-Chef.

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