10:36 24 September 2017
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    Metallmagnat Deripaska setzt auf Kreml - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 16. Juli (RIA Novosti). Der russische Großunternehmer Oleg Deripaska wäre bereit, sein größtes Eigentum, das Aluminiumunternehmen UC Rusal, dem Staat zu übergeben, sollte dieser ihn darum bitten.

    Das sagte Deripaska in einem „Financial Times“-Interview. „Wenn der Staat sagt, dass wir es abgeben sollen, werden wir das tun“, sagte er. „Ich trenne mich nicht vom Staat und habe keine anderen Interessen.“

    Die Tageszeitung „Wedomosti“ veröffentlicht am Montag Meinungen einiger Experten zu dieser Äußerung des laut „Forbes“ zweitreichsten Unternehmers Russlands, dessen Vermögen auf 16,8 Milliarden Dollar geschätzt wird.

    Die einen sehen darin eine Loyalitätsbekundung Deripaskas, die anderen einen Versuch, Investoren vor dem Börsengang des Unternehmens zu mobilisieren.

    Drei Quellen im Kreml-Stab versicherten der „Wedomosti“, Deripaska seien keine Angebote gemacht worden, seine Rusal-Anteile an den Staat abzugeben.

    Wie Deripaskas Pressesprecher Georgi Oganow erläuterte, handle es sich bei seiner Äußerung um eine Antwort auf eine Journalistenfrage. Aus dem Kontext des Gesprächs kam nicht hervor, dass Deripaska bereit wäre, seine Anteile an den Staat abzugeben. Der Sprecher bestätigte ebenfalls, dass der Unternehmer keine derartigen Angebote bekommen hat.

    „Diese Erklärung zeugt entweder von seiner Resignation - oder ist ein Ablenkungsmanöver im Vorfeld des Börsengangs von UC Rusal, mit dem die Minderheitsaktionäre beruhigt werden sollen, dass sie keinesfalls mit dem Schicksal der Yukos-Teilhaber rechnen müssen“, stellt Farchad Achmedow, Mitglied des russischen Föderationsrats und Mitbesitzer des Unternehmens Nortgas, fest.

    Darauf angesprochen, ob der bevorstehende Rusal-Börsengang ein Schritt ist, mit dem das Unternehmen vom Wunsch des Kremls geschützt werden soll, Kontrolle über die Gesellschaft zu übernehmen, erklärte Deripaska, er selbst sei nicht an einem Börsengang interessiert. Diese Idee gehöre anderen Aktionären. Im Mai hatte Viktor Wekselberg, Mitbesitzer von UC Rusal, einen Börsengang für den November in Aussicht gestellt.

    „In einer klassischen Marktwirtschaft würde eine Erklärung des Eigentümers, dass er bereit sei, sich von seinem Unternehmen zu trennen, die Investoren verscheuchen - unter den russischen Realitäten aber, wo der Fall Chodorkowski noch nicht vergessen ist, scheint das eher ein positives Signal an den Markt zu sein: Sollte der Unternehmer Probleme bekommen wie seinerzeit Yukos, so würde er gehen, während die Investoren bleiben werden“, stellt der Politologe Alexej Makarkin, Experte des Zentrums für politische Technologien, fest. Deripaska verhalte sich als ein Junior-Partner des Staates, was eine neue Form der privat-staatlichen Partnerschaft sei.

    Nach Ansicht von Steven Dashevsky, geschäftsführender Direktor des Investmentunternehmens Aton, würde die Erklärung von Deripaska das Verhalten der potentiellen Rusal-Investoren nicht beeinflussen: „Alle wissen, dass er zu Personen gehört, die dem Kreml besonders nahe stehen“, sagt der Experte. „Niemand hat vor, ihm sein Unternehmen wegzunehmen.“

    Dashevsky schätzt UC Rusal auf 25 bis 30 Milliarden Dollar.

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