22:29 25 September 2017
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    Gaspipeline Nabucco: Türkei wird zur Energiebrücke nach Europa

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    ANKARA, 16. Juli (RIA Novosti). Durch die Realisierung des zwischen Ankara und Teheran vereinbarten Pipelineprojekts wird die Türkei zu einem „Korridor für Energieträger zwischen Ost und West“, erklärte der türkische Energieminister Hilmi Güler.

    „Wir verhandeln mit den Ländern, mit denen wir den Kauf von Naturgas vereinbart haben, darunter mit Russland, Algerien und Nigeria. Mit Aserbaidschan realisieren wir die Projekte, die den Import von Gas betreffen. Ein Land, von dem wir Energieträger beziehen, ist Iran“, wird der Minister am Montag in der türkischen Presse zitiert.

    Am vergangenen Freitag haben die Türkei und Iran eine Absichtserklärung über den Bau einer Gaspipeline mit einer Länge von 2000 Kilometern und über die Erschließung des iranischen Südpars-Gasfeldes durch türkische Unternehmen unterzeichnet. Einzelheiten des Memorandums sind noch nicht bekannt, doch berichtet die türkische Presse, dass die Fristen für den Beginn der Lieferung von Gas aus Iran in die Türkei noch abgestimmt werden müssen. Wie es unter Berufung auf das türkische Energieministerium heißt, sollen sich die Lieferungen von Gas aus Iran und Turkmenistan auf 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr belaufen. Davon würden 14 Milliarden Kubikmeter turkmenischen Gases in die Gaspipeline Nabucco eingespeist, die Europa unter Umgehung Russlands mit Gas aus dem Kaspiraum versorgen soll.

    „Wir haben die Absichtserklärung über die Lieferung von Gas aus Iran in die Türkei und weiter nach Europa mit dem iranischen Erdölminister unterschrieben. Die iranischen Behörden haben mitgeteilt, dass sie uns die Genehmigung für die Erschließung einiger Lagerstätten in Iran erteilen. Arbeitsgruppen beider Länder werden daran arbeiten und die gemeinsamen Projekte vorbereiten“, sagte der türkische Energieminister, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

    Das Zustandekommen der Absichtserklärung hat in Washington, welches Iran international zu isolieren trachtet, Missfallen ausgelöst. Der Fernsehsender NTV meldete, dass die US-Botschaft in Ankara am Sonntag die türkischen Behörden um Aufklärung gebeten habe. „Die USA haben die Türkei wiederholt auf die Unzulässigkeit des Abschlusses von Wirtschaftsverträgen mit Iran hingewiesen“, vermerkte NTV.

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