08:41 21 August 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Ukraine will mit neuem Öltransportkorridor Russland verdrängen - "Nesawissimaja Gaseta"

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 08. August (RIA Novosti). Die ukrainische Regierung will nicht auf ihre ambitionierten Pläne verzichten, das Land in einen großen Transitkorridor zu verwandeln, mit dem Russlands Dominanz auf dem Energiemarkt in Osteuropa zerstört werden soll.

    Wie die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch schreibt, hat das Kabinett von Viktor Janukowitsch das Energie- und das Außenministerium beauftragt, mit dem Irak und der Türkei über die Einrichtung eines Transportkorridors für Öl zu verhandeln, über den irakisches Öl in die Pipeline Odessa-Brody gelangen soll.

    Die erste Route soll vom irakischen Kirkuk über Trabzon in der Türkei zum ukrainischen Hafenterminal Piwdenny verlaufen. Dort beginnt die Ölpipeline Odessa - Brody, die mangelhaft ausgelastet ist.

    "Ein solches Projekt wäre sowohl für die Ukraine als auch für die Türkei vom Vorteil, inwieweit wäre es aber für die Exporteure vorteilhaft?" fragt Natalja Miltschakowa, Abteilungsleiterin des Aktienhandelshauses Otkrytije. "Ich denke nicht, dass die Entstehung eines neuen Transportkorridors in Russland mit Optimismus aufgenommen wird."

    Bemerkenswert ist, dass die Verhandlungen mit Irak und der Türkei über die Pläne, die für Russland nachteilig wären, ausgerechnet vom Kabinett Janukowitschs initiiert wurden, das als prorussisch gilt.

    Nach Ansicht von Wladimir Leskow, Energieexperte der russischen Consultinggesellschaft 2K Audit (Delowyje Konsultazii), steht hinter diesen Plänen nichts Ernsthaftes. "Der Irak fördert heute rund zwei Millionen Barrel Öl pro Tag, von denen 1,6 Millionen Barrel exportiert werden", sagt er. "Vorwiegend ist diese Menge für Europa und die USA bestimmt, wozu Supertankschiffe und nicht Ölpipelines verwendet werden."

    "Außerdem ist es nicht einfach, sich mit den irakischen Behörden zu einigen: Ein Gesetz über die ausländische Beteiligung an den irakischen Öl- und Gasprojekten ist noch nicht angenommen worden", so Leskow. "Insofern ist es noch weit bis zu einer Steigerung der Ölförderung."

    Die Idee eines Transportkorridors aus dem Irak über die Türkei sei allerdings nicht völlig auszuschließen, fügt er hinzu.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren