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    Weißrussland tilgt Schuld für russische Gaslieferungen - Streit um Kreditgewährung

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    Weißrussland hat in mehreren Tranchen die Schuld von 456,16 Millionen US-Dollar für das im ersten Halbjahr 2007 gelieferte russische Gas beglichen.

    MOSKAU, 08. August (RIA Novosti). Weißrussland hat in mehreren Tranchen die Schuld von 456,16 Millionen US-Dollar für das im ersten Halbjahr 2007 gelieferte russische Gas beglichen.

    Die russische Gasholding Gasprom rechnet nun damit, dass Weißrussland in Zukunft die Gaslieferungen termingerecht und im vollen Umfang bezahlen wird.

    Wie der amtliche Sprecher des russischen Gasmonopolisten, Sergej Kuprijanow, RIA Novosti sagte, ist das weißrussische Unternehmen Beltransgas verpflichtet, die Gaslieferungen spätestens am 23. des jeweiligen Folgemonats zu bezahlen.

    Der jüngste „Gasskandal“ zwischen beiden Ländern war wegen der Weigerung Weißrusslands ausgebrochen, das russische Gas termingerecht zu bezahlen. Der Gaspreis für Weißrussland war zu Jahresanfang von 46,68 auf 100 US-Dollar je 1000 Kubikmeter heraufgesetzt worden. Die Zahlungen für das erste Halbjahr 2007 wurden teilweise gestundet, wobei Minsk die Gaslieferungen nur zu 55 Prozent bezahlte. Weißrussland sollte sich ab Juli auf die 100-prozentige Bezahlung umstellen und seine Verschuldung bis zum 23. Juli tilgen.

    Doch Beltransgas hat zum fälligen Termin keine Zahlung geleistet und Gasprom wies Minsk darauf hin, dass die Gaslieferungen bei fehlenden Zahlungen ab dem 1. August um 45 Prozent auf den tatsächlichen Zahlungsstand gedrosselt werden könnten.

    Um das Beispiel der Ukraine zu vermeiden, für die beim fehlenden Vertrag am 1. Januar 2006 die Gaszufuhr eingestellt worden war, hat Weißrussland Gelder aus dem Reservefonds bereitgestellt und innerhalb einer Woche seine Schuld bei Gasprom in mehreren Tranchen bezahlt. “Wir werden ab August das gelieferte Gas zu 100 Prozent bezahlen. Schon am 23. August ist laut dem Vertrag mit Gasprom die Zahlung für die Gasmenge fällig, die Weißrussland im Juli verbraucht hat. Das sind etwa 150 Millionen US-Dollar“, sagte der Erste Stellvertreter des weißrussischen Premiers, Wladimir Semaschko.

    Ihm zufolge ist nun die Frage der Kreditgewährung die Hauptintrige in den Beziehungen zwischen Russland und Weißrussland. Laut Semaschko wird Weißrussland Finanzmittel mobilisieren, und zwar nicht so sehr für die Bezahlung der Gaslieferungen, sondern vielmehr für die Aufrechterhaltung der dynamischen Entwicklung der Wirtschaft, die größere Finanzspritzen erfordere.

    Laut Semaschko ist die weißrussische Wirtschaft gegenwärtig auf einem sehr niedrigen Niveau kreditiert, und Weißrussland habe noch ein großes Potential zur Aufnahme äußerer Kredite, bevor es die Mindestgrenze der finanziellen Sicherheit erreichen würde.

    Die Republik setzt nicht nur auf Russland, sondern verhandelt auch „mit vielen anderen Finanz- und Kreditinstituten im Ausland“.

    Moskau hatte Weißrussland wiederholt einen auf 15 Jahre befristeten Stabilisierungskredit von 1,5 bis zwei Milliarden US-Dollar mit zinsloser Stundung für fünf Jahre bei 8,5 Prozent Jahreszinsen angeboten. Weißrussland bewertet das russische Angebot als ungünstig, setzt jedoch die Verhandlungen darüber fort.

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