21:21 18 Dezember 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Kasachstan setzt Russland im Kampf um Öl-Pipelines unter Druck - „Wedomosti“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Kasachstans Premier Karim Massimow droht Russland: Sein Land würde mehr Öl nach Westen durch die Leitung Baku-Tiflis-Ceyhan liefern, sollte das Kaspische Pipelinekonsortium (KPK) seine Kapazitäten nicht aufstocken.

    Durch die Rohrleitung Baku-Tiflis-Ceyhan fließt derzeit aserbaidschanisches Erdöl, so dass für das kasachische Öl kein Platz bleibt. Doch mit der Suche nach alternativen Routen kann Kasachstan Russland dazu zwingen, die Kapazität des KPK zu erhöhen, schreibt die russische Tageszeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Laut Massimow zieht Kasachstan eine Steigerung der KPK-Kapazität vorerst den alternativen Wegen vor. Die KPK-Aktionäre hätten bislang keine Frist für die Steigerung der Lieferungen vereinbart, sagte der kasachische Premier. „Wenn sich dieses Projekt nicht weiter entwickeln wird, werden wir an einen Ausbau der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline denken.“

    Kasachstan will seine Ölproduktion bis 2010 auf jährlich 100 Millionen Tonnen und bis 2015 auf jährlich 150 Millionen Tonnen erhöhen. Dabei setzt das Land auf das Ölvorkommen Kaschagan große Hoffnungen, dessen Erschließung laut Massimow bereits mehrmals verschoben wurde.

    Russland sei zwar an einer Aufstockung der Öllieferungen des Kaspischen Pipelinekonsortiums interessiert, doch müssten die Verwaltungsprobleme des KPK gelöst und dessen Rentabilität erhöht werden: Russland kassiert bislang keine Gewinne von dem Projekt, während das Konsortium wegen hoher Kreditzinsen Verluste verbucht und sich Schulden gegenüber Russland angehäuft haben.

    Das KPK sei mit Blick auf seine hohe Durchlasskapazität attraktiv, wenn die Tarife steigen würden, sagte Steven Dashevsky, geschäftsführender Direktor von Aton. Alternative Lieferwege wären ihm zufolge noch weniger erträglich. Das sei aber auch eine politische Frage: Wenn kein Kompromiss erzielt wird, wird Kasachstan andere Exportrichtungen entwickeln, etwa nach China und über das Kaspische Meer nach Iran, urteilte Dashevsky.

    Außerdem könne kasachisches Erdöl mit Tankschiffen nach Baku (Aserbaidschan) befördert werden, sagte Valeri Nesterow von „Troika Dialog“. Nachdem die Ölproduktion in Aserbaidschan in fünf bis sieben Jahren ihren Höhepunkt hinter sich haben werde, reicht aserbaidschanisches Öl nicht mehr als, um die Leitung Baku-Tiflis-Ceyhan zu füllen, so Nesterow weiter. Kasachstan seinerseits baue seine Tankschiffflotte aus und könne den Transport auf 20 Millionen Tonnen im Jahr steigern.

    Die russischen Ölexporte würden nur unwesentlich zunehmen, so dass die Pipeline von Burgas nach Alexandroupolis auf Ölmangel stoßen könne, führte Nesterow aus. Deshalb würde man wahrscheinlich in eine Aufstockung des Kaspischen Pipelinekonsortiums einwilligen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren