00:29 16 Dezember 2017
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    EU-Kommission billigte Einstieg von BasEl bei Strabag

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    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Der Mischkonzern Basic Element (BasEl) des russischen Milliardärs Oleg Deripaska ist zu einem rechtmäßigen Besitzer von 30 Prozent der Anteile am österreichischen Bauunternehmen STRABAG geworden.

    Das Geschäft im Wert von 1,2 Milliarden Euro wurde am Vortag von der EU-Kommission gebilligt und für abgeschlossen erklärt, berichtete die Moskauer Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Dienstag. Das Aktienpaket wird von der von Deripaska kontrollierten Offshore-Firma Rasperia Trading Ltd. verwaltet.

    Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass die Firma Rasperia das deutsche Bundeskartellamt ersucht hatte, sie von der Verpflichtung zu suspendieren, anderen STRABAG-Inhabern Angebote zum Aktienkauf zu unterbreiten.

    Das Interesse von BasEl an STRABAG führten Branchenexperten vor allem auf das Bestreben des russischen Konzerns zurück, einen eigenen Auftragnehmer von Weltniveau sowie einen Zugang zu Weltmärkten zu haben. "Einige Projekte in Russland erfordern eine Beteiligung eines Unternehmens mit internationalen Erfahrungen. Deshalb ist das Interesse des BasEl-Konzerns, der sich auch aktiv mit Development befasst, durchaus erklärlich", sagte der Direktor der Abteilung Kapitalmärkte des Unternehmens Cushman & Wakefield Stiles & Riabokobylko, Ilja Kutnow.

    Andere Marktteilnehmer sind der Ansicht, dass Deripaska Erfahrungen von STRABAG bei der Schaffung städtischer Infrastruktur nutzen will. Aus einer zu BasEl nahestehenden Quelle verlautete, dass beide Unternehmen an einigen groß angelegten Ausschreibungen zum Bau von Straßen, Tunnels und anderen Infrastrukturobjekten in Moskau, St. Petersburg und Sotschi teilnehmen. So erhebe STRABAG den Anspruch darauf, zum Generalauftragnehmer beim Bau einer etwa 20 Kilometer langen Bypass-Verkehrsstraße um Sotschi zu werden. Das Projekt hat einen Wert von knapp 2,1 Milliarden US-Dollar.

    "Jetzt werden die Österreicher wichtige Faktoren für einen erfolgreichen Einsatz in Russland haben: Bauressource mit internationalen Erfahrungen (STRABAG), Finanzen (Deutsche Bank), Grundstücke und Administrativressource (BasEl)", sagte Dmitri Sasantschikow, Direktor für Marketing und Regionalentwicklung der Firma GVA Sawyer.

    "Der Einstieg von Oleg Deripaska als Aktionär beim STRABAG-Konzern, der im vergangenen Jahr 10,8 Milliarden Euro umgesetzt hatte, zwang dessen Leitung, die Erstplatzierung der Aktien (IPO) auf Oktober zu verschieben. Nach einer Prognose von Finanzanalysten ist der Herbst aber nicht gerade die beste Zeit für die Unterbringung von Aktien. Aber Experten des Immobilienmarktes, darunter die Herren Kutnow und Sasantschikow, behaupten, dass sich die Übernahme eines Minderheitsanteils durch BasEl positiv auf den Preis der STRABAG-Aktien auswirken wird.