20:44 22 August 2017
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    Lukoil reduziert Ölexport nach Deutschland - „Kommersant“

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    MOSKAU, 27. August (RIA Novosti). Russland baut bereits seit mehreren Monaten seinen Ölexport nach Deutschland durch die Pipeline Druschba ab.

    Wie es bei der russischen Ölgesellschaft Lukoil hieß, laufen die Verhandlungen mit den Käufern weiter, und der frühere Umfang könnte noch wiederhergestellt werden. Experten schließen indes nicht aus, dass die Reduzierung des Exports zu einem Argument von Lukoil bei den Verhandlungen über den Erwerb von Ölraffinerien in Europa werden könnte, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Montag.

    Insgesamt aber sind die russischen Ölunternehmen derzeit bemüht, den Schwerpunkt ihrer Pipelinelieferungen an die Hochseehäfen zu verlegen.

    Ein Lukoil-Sprecher führte die neueste Entwicklung unter anderem auf den Beschluss Minsks zurück, den Öltransitzoll (die Druschba-Pipeline führt aus Russland via Weißrussland nach Europa) ab dem 15. Februar um 30 Prozent angehoben zu haben.

    „Wahrscheinlich sind die Öllieferungen in diese Richtung gegenwärtig wirklich weniger einträglich als in andere Richtungen, ihre Effektivität könnte aber steigen, wenn Lukoil zum Eigentümer von Ölraffinerien in Europa wird“, meint der Wirtschaftsexperte Maxim Schejin aus der Firma BrokerKreditService.

    Nach Angaben der Preisagentur Argus ging der russische Ölexport nach Deutschland bereits im Juni in der Tat um 21 Prozent gegenüber dem Mai und im Juli um weitere zwei Prozent auf 1,44 Millionen Tonnen zurück.

    Michail Perfilow, Entwicklungschef von Argus, verweist zugleich auf den allgemeinen Trend der Umstellung des russischen Ölexports von Pipelines auf Hochseehäfen: „Die traditionellen Abnehmer von russischem Erdöl aus der Druschba-Pipeline steigern ihren Import alternativer Ölsorten, die sie über die See bekommen, während die russischen Unternehmen die Lieferungen über die ukrainischen Häfen steigern“, betont er. „Seit dem Jahresbeginn stiegen diese um 70 Prozent auf 11,8 Millionen Tonnen an.“

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