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    Kasachstan wirft italienischem Ölkonzern Eni Verstöße gegen Zollrichtlinien vor

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    ASTANA, 27. August (RIA Novosti). Der italienische Ölkonzern Eni hat in Kasachstan einen schweren Stand: Nachdem die Behörden Eni wegen Umweltverstöße die Fördergenehmigung für das riesige Ölfeld Kaschagan ausgesetzt haben, wirft nun das kasachische Zollamt den Italienern vor, die Zollregeln der zentralasiatischen Republik verletzt zu haben.

    Eni soll zwei Zivilhubschrauber mit einem Zollwert von 4,9 Millionen Dollar nach Kasachstan eingeführt und dabei unbegründet eine Freistellung vom Importzoll und von der Mehrwertsteuer in Anspruch genommen zu haben, teilte das Zollamt am Montag mit. Beide Maschinen seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits wieder ins Ausland gebracht worden. Für den kasachischen Fiskus sei dabei ein Schaden in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Dollar entstanden, hieß es.

    Der Vorsitzende des kasachischen Zollkomitees, Serschan Dujsebajew, teilte mit, dass gegen zuständige Mitarbeiter der kasachischen Filiale des Unternehmens Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren nannte er jedoch keine konkreten Namen.

    Am Montag hatte der kasachische Umweltschutzminister Nurlan Iskakow mitgeteilt, dass die Regierung des zentralasiatischen Staates Eni die Fördergenehmigung für das im Kaspischen Meer gelegene Ölfeld Kaschagan, das größte des Landes, für drei Monate ausgesetzt habe.

    Vorige Woche hatte das Umweltschutzministerium Eni die „systematische Verletzung“ der Umweltvorgaben bei den Förderarbeiten vorgeworfen, bei denen schwere Umweltschäden drohen.

    Daraufhin berichteten italienische Medien, dass Italiens Ministerpräsident Romano Prodi persönlich nach Kasachstan reisen wolle, um mit der dortigen Regierung alle strittigen Fragen zu lösen und einen Entzug der Förderlizenz von Eni zu verhindern.

    Ende Juli hatte der italienische Konzern der kasachischen Regierung ein neues Konzept für Kaschagan vorgelegt. Demnach soll der Beginn der Ölförderung von 2008 auf die zweite Jahreshälfte 2010 verlegt werden, die Kosten sollen von 57 auf 136 Milliarden Dollar steigen.

    Der Start der Förderproduktion auf dem Kaschagan-Feld, dessen abbaufähige Reserven auf mindestens sieben Milliarden Barrel geschätzt werden, wurde bereits mehrmals verschoben. Zuerst war er für 2005 geplant. Doch der Projektbetreiber meldete technische Probleme und verschob den Beginn der Produktion auf Ende 2008. Die kasachische Regierung erhielt dabei eine Entschädigung von 150 Millionen Dollar. Später stieg die kasachische Regierung selber mit 8,33 Prozent ins Projekt ein, die sie bei British Gas erwarb.

    Wenn die Ölförderung in Kaschagan 2008 begonnen hätte, dann sollte die gesamte Ölproduktion in Kasachstan bis 2010 auf 90 Millionen Tonnen und bis 2015 auf mehr als 130 Millionen Tonnen steigen. Gegenwärtig beträgt die Jahresproduktion in Kasachstan 63 Millionen Tonnen.

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