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    Eni verhandelt mit kasachischer Regierung über Aussetzung der Fördergenehmigung

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    ROM, 27. August (RIA Novosti). Vertreter des italienischen Ölkonzerns Eni, der das riesige Ölfeld Kaschagan in Kasachstan erschließt, wollen noch an diesem Montag mit Vertretern der kasachischen Regierung zusammentreffen, die Eni wegen Umweltverstöße die Öl-Fördergenehmigung für drei Monate ausgesetzt hat.

    Das teilte ein Eni-Sprecher RIA Novosti mit. „Am Montag treffen Vertreter unseres Konsortiums mit der Regierung von Kasachstan, um nach Möglichkeit alle strittigen Fragen zu lösen“, sagte der Sprecher. Ihm zufolge hatte die kasachische Regierung Eni einen Brief zugeschickt, in dem sie auf der Revision einiger Vertragsbestimmungen besteht. Eni-Generaldirektor Paolo Scaroni werde dem Treffen nicht beiwohnen. „Er wird am 4. September Kasachstan besuchen“, hieß es.

    Vorige Woche hatte das kasachische Umweltschutzministerium Eni die „systematische Verletzung“ der Umweltvorgaben bei den Förderarbeiten in Kaschagan vorgeworfen, bei denen schwere Umweltschäden drohen. Daraufhin setzte die Regierung des zentralasiatischen Staates am heutigen Montag Eni die Fördergenehmigung für das im Kaspischen Meer gelegene Ölfeld Kaschagan, das größte des Landes, für drei Monate aus.

    Außerdem warf das kasachische Zollamt den Italienern vor, die Zollregeln der zentralasiatischen Republik verletzt und dem kasachischen Fiskus dadurch einen Schaden in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Dollar verursacht zu haben. Gegen zuständige Mitarbeiter der kasachischen Filiale des Unternehmens sein ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, hieß es.

    Ende Juli hatte der italienische Konzern der kasachischen Regierung ein neues Konzept für das Ölfeld Kaschagan vorgelegt. Demnach soll der Beginn der Ölförderung von 2008 auf die zweite Jahreshälfte 2010 verlegt werden, die Kosten sollen von 57 auf 136 Milliarden Dollar steigen.

    Der Start der Förderproduktion auf dem Kaschagan-Feld, dessen abbaufähige Reserven auf mindestens sieben Milliarden Barrel geschätzt werden, wurde bereits mehrmals verschoben. Zuerst war er für 2005 geplant. Doch der Projektbetreiber meldete technische Probleme und verschob den Beginn der Produktion auf Ende 2008. Die kasachische Regierung erhielt dabei eine Entschädigung von 150 Millionen Dollar. Später stieg die kasachische Regierung selber mit 8,33 Prozent ins Projekt ein, die sie bei British Gas erwarb.

    Wenn die Ölförderung in Kaschagan 2008 begonnen hätte, dann sollte die gesamte Ölproduktion in Kasachstan bis 2010 auf 90 Millionen Tonnen und bis 2015 auf mehr als 130 Millionen Tonnen steigen. Gegenwärtig beträgt die Jahresproduktion in Kasachstan 63 Millionen Tonnen.

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