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    US-Experte lobt Russlands IWF-Nominierung von Tschechen

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    WASHINGTON, 27. August (RIA Novosti). Daniel Bradlow, Professor für internationales Wirtschaftsrecht in der Universität in Washington, hält Russlands Nominierung eines alternativen Kandidaten für den IWF-Vorsitz als gutes Beispiel für andere Staaten.

    Vorige Woche schlug Russland den ehemaligen Leiter von Tschechiens Zentralbank, Josef Tosovsky, als neuen IWF-Präsidenten vor. Der jetzige IWF-Chef Rodrigo de Ratos verlässt im Oktober den Posten. Als EU-Anwärter auf den Posten des IWF-Chefs gilt der französische Ex-Finanzminister Dominique Strauss-Kahn.

    „Es ist sehr gut, dass ein weiterer Kandidat auf den Posten des IWF-Chefs da ist. Jetzt hat man die Wahl, obwohl Ex-Minister Strauss-Kahn ebenfalls hochqualifiziert ist. Mit dem Vorschlag der Nominierung eines Kandidaten hat Russland anderen ein gutes Beispiel gegeben“, sagte Bradlaw.

    Seinen Worten zufolge hat Tosovsky die erforderliche Qualifikation sowie die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse für die Leitung eines großen Teams in einer internationalen Organisation.

    „Wenn gerade er gewählt wird, wäre das gut für den IWF“, betonte der Professor, der Mitglied einer Kommission im IWF-Direktorium war.

    Zugleich damit sind Tosovskys Chancen auf den IWF-Vorsitz „vielleicht nicht sehr groß“, da „die tschechische Regierung seine Nominierung ebensowenig unterstützt wie auch die der EU“. Russlands Finanzminister Alexej Kudrin machte schon früher darauf aufmerksam, dass Europa seine Wahl getroffen habe, noch bevor alle Kandidaten bekannt waren. Die Anträge auf die Nominierung von Anwärtern dürfen noch bis zum 31. August eingereicht werden.

    Wie es in der Erklärung von Russlands Finanzministeriums hieß, war Tosovsky über zehn Jahre lang (1989-2000) Leiter der Tschechischen Zentralbank, stand fast ein Jahr lang (1997-1998) der Regierung Tschechiens vor und leitet seit sieben Jahren das Institut für Finanzstabilität der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel.

    Er ist ein bekannter Fachmann im Bereich der makroökonomischen Verwaltung und Finanzpolitik. Seit beinahe 20 Jahren arbeitet er mit dem IWF eng zusammen.

    Der derzeitige IWF-Vorsitzende Rodrigo de Rato, der dieser Institution seit Mai 2004 vorstand, hat im Juli seine Absicht angekündigt, im Oktober aus familiären Gründen seinen Posten zu verlassen.

    Gemäß einer stillen Gesetzes standen dem IWF seit seiner Gründung traditionell Europäer vor, darunter drei Franzosen, zwei Schweden sowie Bürger von Belgien, den Niederlanden, von Deutschland und Spanien.

    Insgesamt zählt der IWF 184 Mitgliedsstaaten wie zum Beispiel die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, China und andere.

    Le/eh/MI

    * NOVOSTI * USA * IWF * RUSSLAND * KANDIDAT * NOWOSTI *

    #Russlands Vorschlag über Josef Tosovsky ein gutes Beispiel für andere Länder#

    WASHINGTON, 27. August (RIA Novosti). In einem Interview für die RIA Novosti hat Daniel Bradlaw, Professor für internationales Wirtschaftsrecht an der Amerikanischen Universität in Washington, gesagt, Russland habe den anderen Ländern ein gutes Beispiel gegeben, als es den alternativen Kandidaten für den MWF-Vorsitz nominierte.

    Vorige Woche schlug Russland den ehemaligen Leiter der Zentralbank von Tschechien Josef Tosovsky für den Posten des geschäftsführenden Direktors des IWF statt Rodrigo de Ratos, der im Oktober geht. Als EU-Anwärter auf den Posten des IWF-Chefs gilt die französische Ex-Finanzministerin Dominique Strauss-Kahn.

    „Es ist sehr gut, dass ein weiterer Kandidat auf den Posten des IWF-Chefs da ist. Jetzt hat man die Wahl, obwohl Exministerin Strauss-Kahn ebenfalls hochqualifiziert ist. Mit dem Vorschlag der Nominierung eines Kandidaten hat Russland anderen ein gutes Beispiel gegeben“, sagte Bradlaw.

    Seinen Worten zufolge hat Tosovsky die erforderliche Qualifikation sowie die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse für die Leitung eines großen Teams in einer internationalen Organisation.

    „Wenn gerade er gewählt wird, wäre das gut für den IWF“, betonte der Professor, der Mitglied einer hohen Kommission für Rechenschaftspflicht im IWF-Direktorenrat war (sie hat 2006 - 2007 funktioniert).

    Zugleich damit sind Tosovskys Chancen auf den IWF-Vorsitz „vielleicht nicht sehr groß“, da „die tschechische Regierung seine Nominierung ebensowenig unterstützt wie auch die der EU“. Russlands Finanzminister Alexej Kudrin machte schon früher darauf aufmerksam, dass Europa ihre Wahl getroffen habe, noch bevor alle Kandidaten bekannt waren. Die Anträge auf die Nominierung von Anwärtern dürfen noch bis zum 31. August 2007 eingereicht werden.

    Wie es in der Erklärung von Russlands Finanzministeriums hieß, war Josef Tosovsky über zehn Jahre lang (1989 - 2000) Leiter der Tschechischen Nationalbank, stand fast ein Jahr lang (1997 - 1998) der Regierung Tschechiens vor und leitet seit sieben Jahren das Institut für Finanzstabilität der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel.

    Er ist ein bekannter Fachmann im Bereich der makroökonomischen Verwaltung und Finanzpolitik, der seit beinahe 20 Jahren mit dem IWF eng zusammenarbeitet.

    Der derzeitige IWF-Vorsitzende Rodrigo de Rato, der diesem Institut ab Mai 2004 vorstand, hat im Juli seine Absicht angekündigt, im Oktober 2007 aus familiären Gründen seinen Posten zu verlassen.

    Gemäß einer stillen Regel standen dem IWF seit seiner Gründung traditionell Europäer vor, darunter drei Franzosen, zwei Schweden sowie Bürger von Belgien, den Niederlanden, von Deutschland und Spanien.

    Insgesamt zählt der IWF 184 Mitgliedsstaaten, genannt seien zum Beispiel die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, China und andere.

    Nach Meinung von Experten aus dem Büro der unabhängigen Einschätzung des IWF reift in der internationalen Organisation eine Krise heran. Wie es in einem neuen Bericht des Büros heißt, sollte der IWF die allgemeine Leitung verbessern, die Arbeitsziele genauer festzulegen und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern festigen. Außerdem wird im Bericht eines der Hauptprogramme des IWF scharf kritisiert: das für die Hilfe an die ärmsten Länder Afrikas. Die Politik und die praktischen Handlungen des IWF an dieser Richtung seien, meinen die Verfasser des Berichtes, sowohl innerhalb der Organisation selbst als auch außerhalb ihrer eher als vage und undeutlich zu bezeichnen.

    Nach Ansicht der Verfasser liegt der Unbestimmtheit des IWF in der Politik der Bekämpfung der Armut der Umstand zugrunde, dass die Mitglieder des Direktorenrates unterschiedliche Ansichten über die Rolle vertreten, die der Fonds in den ärmsten Ländern zu spielen habe.

    „Das Management hätte zusammen mit dem Direktorenrat (des IWF) mehr für die Lösung dieser Gegensätze tun sollen. Und die Frage, wie diese Gegensätze einzuschränken sind, ist für die Politik des Fonds am wichtigsten“, heißt es im Dokument. Nach Ansicht seiner Autoren müsste der IWF von seinen Absichten deutlicher und offener sprechen und sollte seine Tätigkeit transparenter und eifriger sein.

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