09:39 17 Juli 2018
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    Lukoil sucht neue Routen für Öllieferungen nach Europa - „Wremja Nowostej“

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    MOSKAU, 29. August (RIA Novosti). Der russische Ölförderer Lukoil hat Europa eine Preissteigerung für russisches Erdöl angekündigt.

    Konzernchef Wagit Alekperow führte das darauf zurück, dass Weißrussland die Transitgebühr um mehr als ein Drittel aufgestockt habe.

    Als Folge seien die Lieferungen durch die Transitpipeline „Druschba“ weniger erträglich geworden als der Öltransport per See, zitiert Alekperow die russische Tageszeitung „Wremja Nowostej“. Seit Jahresbeginn hatte Lukoil bereits einen Teil der Lieferungen von „Druschba“ ins das Baltische Pipelinesystem und weiter in den Seehafen Primorsk umgeleitet.

    Lukoil wolle bloß die Beziehung mit dem Unternehmen Sunimex abbrechen, das Hauptlieferant des russischen Erdöls für Osteuropa ist, sagte ein nicht namentlich genannter Ölmarkt-Experte „Wremja Nowostej“. „Das wird ihm jedoch kaum gelingen.“

    Wie hoch der neue Preis wird, verrät Lukoil vorerst nicht. Neulich machte der russische Konzern der deutschen PCK Raffinerie deutlich, dass er bei Bedarf den Ölhahn zudrehen wird. Laut Pipelinebetreiber Transneft drosselte Lukoil die Lieferungen nach Deutschland um fast ein Drittel. Gestern ließ die Firma wissen, der Konflikt mit PCK Raffinerie sei beigelegt, die Lieferungen würden ab September in vollem Umfang wiederaufgenommen.

    Als Alternative zur Druschba-Pipeline schlägt Lukoil vor, Erdöl durch das Baltische Pipelinenetz nach Primorsk und von dort aus per Tankschiffe bis nach Rostock zu transportieren. In Rostock nehmen zwei Rohrleitungen ihren Anfang. Die eine führt bis nach Schwedt in Brandenburg (direkt zur PCK Raffinerie), die andere nach Sachsen. Die Umschlagkapazität des Hafens beträgt rund 8,7 Millionen Tonnen Öl im Jahr. Laut Experten ist das Terminal bereits ausgelastet, so dass für zusätzlich 800 000 Tonnen im Monat keine freien Kapazitäten mehr gibt.

    Außerdem ist kaum zu erwarten, dass sich die Total-Händler in Rostock, die mit der Zusammenarbeit mit Sunimex zufrieden sind, auf direkte Geschäfte mit Lukoil einlassen werden. Lukoil hat also keinen Spielraum auf dem europäischen Markt und musste deshalb die gedrosselten Lieferungen nach Deutschland wieder im vollen Umfang wiederaufnehmen.

    Übrigens kann Lukoil eine andere Trasse finden, sagen Transneft-Experten. So zum Beispiel die Rohrleitung Odessa-Brody, die im Gegensatz zum Baltischen System freie Kapazitäten hat. Doch es liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Öltransport durch die türkischen Meeresstraßen rentabler wird als mit der Druschba-Pipeline über Weißrussland.

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