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    Sarkozy schimpft: Franzosen arbeiten zu wenig

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    PARIS, 30. August (RIA Novosti). Der französische Präsident hat seinen Landsleuten vorgeworfen, zu wenig zu arbeiten, und hat angekündigt, mit der Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden Schluss machen zu wollen.

    „Das Wirtschaftswachstum ist in Frankreich nur deshalb niedriger als in anderen Ländern, weil die Franzosen weniger arbeiten“, hat er bei der Erläuterung seiner Wirtschaftsreformen vor dem Unternehmerverband Medef erklärt.

    Sarkozy hat in diesem Zusammenhang von einer Flexibilisierung der 35-Stunden-Woche gesprochen, die in Frankreich seit Jahrzehnten gesetzlich verankert ist. Wie der Präsident präzisierte, soll damit die Tarifpolitik mehr Spielräume bekommen.

    „Ich bin gewillt, mit der Ideologie des Endes des Arbeitstages zu brechen. Schluss mit der irreführenden Vorstellung, dass die Arbeit aufgeteilt werden muss, damit jeder in Beschäftigung kommt. Schluss mit der Politik einer Entwertung der Arbeit, die schon über 30 Jahre die Franzosen an der Arbeit hindert und die Arbeitenden unseres Landes demoralisiert und arm macht“, sagte der Präsident der Republik.

    Die Abschaffung der 35-Stunden-Woche und die Einführung von Zuschlägen für Überstunden gehörten zu Sarkozys Wahlversprechen.

    Sarkozy plädierte außerdem für die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und die Öffnung von Geschäften am Sonntag. „Ich spreche nicht davon, dass alle Läden überall in Frankreich geöffnet haben müssen. Ich verstehe sehr gut, dass der familiäre Ruhetag sehr wichtig ist. Doch warum sollte Allen verboten werden, am Sonntag zu arbeiten?“, polemisierte er.

    Sarkozy erinnerte daran, dass er Wirtschaftsministerin Christine Lagarde schon beauftragt hat, ein Dokument zu erstellen, welches es „Mitarbeitern ermöglicht, sonntags freiwillig zu arbeiten“.

    Der Ladenschluss am Sonntag ist für viele Ausländer ein Ärgernis, die unangenehm überrascht werden. Ladeninhaber müssen indes für Verstöße gegen die Bestimmungen ordentlich berappen.

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