02:56 22 November 2017
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    Russlands Rüstungskonzern Rosoboronexport kauft sich in Europa ein - „Kommersant“

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Das amerikanische IT-Unternehmen IBM und die deutsche Firma Infineon haben ihre Halbleiterfabrik bei Paris an den bisher unbekannten russischen Konzern Global Information Services (GIS) verkauft.

    Marktexperten vermuten hinter GIS den staatlichen Waffenexporteur Rosoboronexport, der seine Verwicklung in den Deal vorerst nicht dementiert hat. Wenn das stimmt, ist das die erste Übernahme von Rosoboronexport im Ausland. Das Geschäft wird auf 300 bis 500 Millionen Euro geschätzt.

    Die Transaktion wird voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen, berichtet die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant" am Montag. Als Käufer tritt die Schweizer Advanced Electronic Systems AG (AES) auf, eine Tochter von GIS, die sich verpflichtete, das Niveau der industriellen Aktivitäten bei der Fabrik beizubehalten. Infineon und IBM übergeben AES neben der Infrastruktur und den Produktionsstätten auch die wichtigsten Produktionstechnologien. AES soll Produkte herstellen, die sowohl in der Europäischen Union als auch in Russland entwickelt wurden.

    Der Wert der Transaktion wurde zunächst nicht bekannt. Experten von der Investmentgesellschaft Finam schätzen ihn auf 450 bis 500 Millionen Euro. Analyst Jewgeni Golosnoj von Troika Dialog vermutet, dass AES 300 bis 500 Millionen Dollar zahlte. Die Summe hänge von eventuellen Schulden der Fabrik ab, erläuterte er.

    Russische Marktteilnehmer, die von „Kommersant“ angesprochen wurden, haben von GIS bisher nichts gehört. Einige nicht namentlich benannte Experten teilten mit, dass hinter der Übernahme der staatliche Waffenexporteur Rosoboronexport steht. Das Presseamt des Staatskonzerns verweigerte jeden Kommentar. „Rosoboronexport kommentiert die noch nicht abgeschlossenen Transaktionen nicht“, hieß es aus dem Presseamt.

    Laut Konstantin Below von Uralsib ist das die erste Übernahme von Rosoboronexport im Ausland. Im Februar dieses Jahres hatte Rosoboronexport-Chef Sergej Tschemesow eine Integration von den zum Konzern gehörenden Elektronikfirmen angekündigt.

    Elina Jurina von der Investmentgesellschaft Finam sagte, die europäische Halbleiterfabrik mag für Rosoboronexport als Staatskonzern attraktiv sein. Für Privatfirmen hingegen stelle sie kein Interesse dar. Die Halbleiterfabrik könne bei der Herstellung von Sicherheitssystemen mitwirken sowie Fahrzeug-Elektronik für das VAZ-Werk bauen, an dem Rosoboronexport beteiligt ist. Der übrige Markt werde von Intel und AMD kontrolliert, sagte die Expertin.

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